Aktuelles

Im VHS-Sommerprogramm biete ich zwei Spaziergänge an. Bitte bei der VHS anmelden https://vhs-luebbeckerland.de.

“Wilde” Gaben von Mutter Natur: Seit jeher spielen Wildkräuter als Glücksbringer und Orakel, aber auch als Heilpflanzen eine bedeutsame Rolle. Viele Arten sind essbar und stellen eine gesunde und kostenlose Bereicherung unseres Speiseplans dar. Lernen Sie bei einem Spaziergang durch den Wald Zauberpflanzen und Hexenkräuter kennen und auch solche, die man in der Küche oder bei kleinen Wehwehchen verwenden kann.

Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht!

So, 12. Juli, 10.00 – 12.00 Uhr – Treffpunkt: Parkplatz (P1) vor dem Lübbecker Krankenhaus (Virchowstr. 65)

Die geheimen Zauberkräfte der Bäume: Bäume und Sträucher begleiten uns Menschen seit Urzeiten. Nicht nur als Nahrungsquelle und für die Versorgung mit Brenn- und Baumaterialien sind sie von Nutzen. Auch im Brauchtum und der Volksmedizin sind sie fest verankert. Bei dem Spaziergang durch den Wald erfahren Sie Amüsantes und Interessantes über heimische Gehölze.

So, 26. Juli, 10.00 – 12.00 Uhr – Treffpunkt: Parkplatz (P1) vor dem Lübbecker Krankenhaus (Virchowstr. 65)


Am 19. Juli findet auf der Aqua Magica ein Ferienaktion für Familien statt: Es werden Schiffchen gebaut und die abenteuerliche Geschichte der Wichtel Zirbel, Nießerich und Schlucker erzählt. Mehr zu dieser Aktion in der Rubrik “Familien”.


23. Juni: Seit 100 Tagen beschreibe ich, was ich tagsüber getan oder gesehen habe bzw. was mich in der Natur fasziniert. Jetzt werde ich diese tägliche Routine unterbrechen und mich wieder verstärkt meinen Veranstaltungen widmen. Einige Aktionen konnte ich schon durchführen, weitere sind gebucht und ich hoffe, dass noch ein paar mehr hinzukommen.

Mit nicht geringer Besorgnis nehme ich zur Kenntnis, was im Kreis Gütersloh passiert. Auf noch so einen “break down” kann ich gut verzichten. Bleibt gesund!


22. Juni: Ich lauere darauf, dass meine Disteln anfangen zu blühen. Die mehrjährige Kugeldistel (Echinops) ist ein Magnet für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge und absolut sicher vor Schneckenfraß. Gleiches gilt für die Wilde Karde, die eigentlich zu den Weg-un-kräutern zählt. Leider werden die Straßenränder zu früh gemäht, als dass die Pflanze es bis zur Blüte schaffen würde. Die gegenständigen am Rand gesägten Blätter sind am Grund um den Stengel herum tütenförmig verwachsen und bilden so einen Wasserspeicher für trockene Tage. Eventuell handelt es sich aber auch um eine Falle für Fraßfeinde, die am Stängel hinaufklettern und, wenn sie unvorsichtig sind, ins Wasserbecken fallen und ertrinken. So oder so, die zweijährige Pflanze ist ein Hingucker.


21. Juni: Seit gestern (23:43 Uhr) ist astronomisch bzw. kalendarisch gesehen Sommer. 🙂 Im Wald und auch im Garten fängt das Johanniskraut an zu blühen. Da die gelben Blüten wie kleine Sonnen aussehen, spielte die Pflanze bereits bei den keltischen und germanischen Feiern zur Sommersonnenwende eine Rolle. Im Zuge der Christianisierung wurde das Fest Johannes dem Täufer geweiht, und so erhielt die Pflanze auch ihren Namen. Mit ihr wurden böse Geister und der Teufel verjagt. Die „Löcher“ in den Blättern (durchscheinende Drüsen mit Öl) sollen dementsprechend vom Teufel stammen. Der soll aus lauter Wut über die Macht, die das Kraut über ihn besaß, versucht haben, es zu zertrampeln


20. Juni: Einige Teekräuter stehen bei mir als Topfpflanze auf der Terrasse, damit ich sie bei Bedarf schnell zur Hand habe. Thymian wird als Antibiotikum der armen Leute bezeichnet. Die Blätter haben einen kräftigen Duft und ergeben einen keimhemmenden Tee, der die Atemwege befreit und die Abwehrkräfte stärkt. Ein heißer Aufguss aus den frischen Blättern des Rosmarin lindert Kopfschmerzen und fördert die Verdauung.

Lieblich im Geruch, bedeutend an Kraft, nützlich als Trank, hilfreich befunden bei mehreren Krankheiten.“ So beschreibt Walahfried Strabo im 9. Jhd. den Salbei. Der Tee hat ein würziges, fast scharfes Aroma und wärmt von innen, wenn man friert, erschöpft oder erkältet ist. Ein Tee aus Zitronenmelisse ist ein ideales Getränk für den Abend. Ein unbekannter Verfasser hat die Wirkung so beschrieben: „Wie ein sanftes Ruhekissen wirkt der Tee von den Melissen, stärket Nerven, Herz und Magen, hilft bei vielen Frauenplagen, fördert auch den Schlaf ganz herrlich, kurzum: macht sich unentbehrlich.“

Wer mehr über Teekräuter und deren Verwendung wissen möchte, kann sich jetzt noch für die Veranstaltung Heilkräuter-Tee zieht immer am Samstag, den 27. Juni auf der Aqua Magica in Bad Oeynhausen anmelden. In der Zeit von 15.00 – 17.00 Uhr geht es um wildwachsende und kultivierte Pflanzen als Heilmittel und den Teeaufguß als gebräuchlichste Form zur Behandlung von kleineren gesundheitlichen Beschwerden.


19. Juni: Die Feuchtigkeit der letzten Tage hängt noch in der Luft. Langsam weicht die Regenfrische der Schwüle. Der Pegel des Waldbaches ist gestiegen und der Blütenflor am Waldboden hat neue Farben bekommen: Das blassgelbe Kleinblütige Springkraut ist ursprünglich in Ostasien und Sibirien zuhause. Angeblich ist es 1837 aus botanischen Gärten „entwichen“ und hat sich seitdem in Wäldern und Gebüschen in ganz Deutschland breit gemacht. Wenn man die unter Zellsaftdruck stehenden reifen Fruchtkapseln berührt, dann fliegen oder springen die Samen mit großer Geschwindigkeit mehrere Meter durch die Luft. Die hübschen dunkelpurpurnen Blüten des Waldziest sind von Juli bis September zu sehen. Die Pflanzen haben einen gewöhnungsbedürftigen Geruch. Mit den weich behaarten Blättern hat man früher in manchen Gegenden Wunden verbunden. Die Kratzdistel wächst an Wegrändern und in Wiesen. Sie gehört zu den Futterpflanzen der Raupen des Distelfalters. Die Samen, die fettes Öl enthalten, werden gerne von Distelfinken gefressen. Die Pflanze hat also eine wichtige Bedeutung im Netz des Lebens und sieht doch auch sehr hübsch aus. 🙂


18. Juni: Aus Regenwasser, Brennnesseln oder Beinwell kann man jetzt eigene Pflanzendünger (Jauchen) herstellen. Man benötigt dafür einen 10 Liter-Plastikeimer, außerdem etwa 1 kg grob zerkleinerte frische Pflanzenteile ohne Samenstände!

Das Kraut in den Eimer füllen und mit Regenwasser auffüllen. In der Sonne stehen lassen und 2x täglich umrühren. Um Geruchsbildung zu mindern und den Gehalt an Spurenelementen zu erhöhen, kann man eine Handvoll Steinmehl hinzugeben. Nach zwei bis drei Tagen beginnt die Jauche kräftig zu gären und wird schaumig. Nach etwa 10 Tagen ist sie fertig (die Jauche darf nicht mehr schäumen).

Vor allem Starkzehrer, also Tomaten, Zucchini, Kürbis oder Kohlpflanzen kann man alle 2 – 4 Wochen mit der Jauche düngen. Sie wird im Verhältnis 1 : 10 mit Wasser verdünnt, also 1 Liter Jauche auf eine 10 Liter-Gießkanne. Gegossen wird der Wurzelbereich um die Pflanze herum, am besten bei bedecktem Himmel oder am frühen Morgen bzw. abends. Wenn bei Sonnenschein Spritzer davon auf die Pflanzen gelangen, erleiden die Blätter Verbrennungen.

Beinwell und Brennnessel können auch als Mulchmaterial verwendet werden: Beinwell-Blätter sind kalireich und fördern gesundes Pflanzenwachstum. Für Tomatenbeete eignen sie sich besonders gut. Brennnesselzweige verbessern die Humusqualität und kräftigen mit ihren gesunden Inhaltsstoffen allgemein die Gesundheit der Pflanzen.


17. Juni: Der Tauwurm (Lumbricus terrestris) ist der beste Freund der Gärtnerin und der größte bei uns vorkommende Regenwurm. Er kann bis zu 30 cm lang werden. Der Wurm gräbt sich bis in Tiefen von etwa zwei Metern und durchmischt beim Fressen abgestorbenes Pflanzenmaterial und andere organische und mineralische Bestandteile des Bodens. Dadurch verbessert er das Erdreich und der Boden wird gut durchlüftet. Warum der Wurm ausgerechnet heute ans Tageslicht gekommen ist, weiß ich nicht. Vielleicht habe ich beim Ausbrechen der welken Rhododendronblüten zu sehr mit den Füßen auf den Boden gestampft. Regenwürmer sind da sehr empfindlich, sie kommen dann oft aus ihren Gängen heraus.

Den Goldglänzenden oder Prächtigen Blattkäfer (und seine Larven) trifft man auf seiner Futterpflanze an. Dies sind Lippenblüter, vor allem Brennnesseln, Taubnesseln und der Gemeine Hohlzahn.


16. Juni: „Das schönste, das wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Kunst und Wissenschaft steht. Wer es nicht kennt und sich nich mehr wundern, nicht mehr staunen kann, der ist sozusagen tot und sein Auge erloschen.” – Dieses Zitat von Albert Einstein ist mir heute eingefallen, als ich wieder mit “meiner” Kindergruppe im Wald war. Wir haben Fichtenhölzer mit Bohrgängen von Borkenkäfern gefunden. Die Mädchen und Jungen wussten Bescheid darüber, wie die Muster auf die Stöcke kommen. Trotztdem haben sie sich auf meine Geschichte mit der Geheimschrift der Elfen eingelassen und emsig gesägt, gefeilt und geschliffen und Elfenhölzer für sich, die Geschwister und die Eltern gewerkelt.

Was raschelt im Baume? (Annemarie Stollenwerk)
Was raschelt im Baume?
Was flüstert im Wind?
Was huscht durch das Gras?
Ein Waldelfenkind!
Woher ist`s gekommen?
Wo hat es sein Haus?
Wohnt es vielleicht
im Loch einer Maus?
Ganz winzige Spuren
wie glitzernder Tau,
sie funkeln und leuchten,
komm näher und schau!
Was wispert und knistert,
was klingt wie Musik
aus winzigen Glöckchen?
Ein Waldelfenlied!

15. Juni: Heute Vormittag war ich mit Vorschulkindern und ihren Betreuerinnen im Wald unterwegs. Es hat die ganz Zeit geregnet, aber das war für unser Vorhaben nicht hinderlich. Wir haben uns auf die Suche nach kleinen Waldtieren gemacht. In erster Linie haben wir Schnecken gefunden, aber auch Asseln, Käfer und Tausendfüßer. Diese Mini-Müllmänner des Waldes erfüllen eine wichtige Aufgabe: Sie sorgen dafür, dass Falllaub, altes Holz und andere Stoffe wieder zu Erde werden.

Die Gartenbänderschnecke hat einen weißrandigen „Eingang“ in ihr Schneckenhaus, die Hainbänderschnecke eine dunkle Mündungslippe. Die Gehäuse beider Arten können ganz unterschiedlich gefärbt sein, eine Bänderung ist aber nicht immer vorhanden. Die Weinbergschnecke ist bei uns die größte Landschnecke. Wie ihre Kolleginnen ist sie bei Regen, ansonsten eher abends und nachts unterwegs, um Futter zu suchen. Die Schließmundschnecke findet man oft an Baumstämmen, wo sie mit ihrer Zunge die Algen abraspelt. Der Schwarze Schnegel zählt zu den Nacktschnecken. Er ist nicht immer schwarz, es gibt auch braune und graue Tiere. Ein wichtiges Kennzeichen ist der helle Aalstrich auf dem Rücken.


14. Juni: Der Regen tut den Pflanzen gut, denn jetzt geht es darum, dass sich die Früchte gut entwickeln. Der Walnussbaum vertreibt durch seine aromatisch duftenden Blätter Mücken und lästige Fliegen. Außerdem sind die Nusskerne bei Eichhörnchen sehr begehrt und auch für uns Menschen gesund: „Fünf Walnüsse täglich halten die Arterien frei!“ – Diese Faustregel beruht auf der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass der regelmäßige Verzehr zu besseren Blutfettwerten führt und damit zu einem verbesserten Schutz von Herz und Gefäßen. Früher galt die Walnuss als Zeichen der Fruchtbarkeit. So war es Brauch der Braut einen Korb Walnüsse am Vorabend der Hochzeit ins Schlafzimmer poltern zu lassen. Hierauf lässt sich der Begriff Polterabend zurückführen.


13. Juni: Ich gehe liebend gerne durch den Garten, um zu sehen, was sich so alles regt. Gestern ist mir ein Roter Fingerhut aufgefallen, dessen Gipfelblüte etwas monströs aussieht. Grund dafür ist eine Wuchsstörung, bei der sich mehrere Einzelblüten an der Spitze zusammenschließen.

Auf den Blüten tummeln sich Insekten: Der Gefleckte Schmalbock und der Halsbock gehören zu den „Blütenböcken“, da sie sich von Pollen und Nektar ernähren. Die Larven leben von und im Moderholz, sie zählen also nicht zu den Schädlingen.


12. Juni: Die Ringelblume ist seit dem Mittelalter in Bauerngärten heimisch. Ursprünglich stammt sie vermutlich aus dem Orient und dem Mittelmeerraum. Mönche brachten die Ringelblume zu uns, wo sie zunächst in Klostergärten kultiviert wurde. Von den Römern ist bekannt, dass sie die äußeren orangefarbenen Blütenblätter als Safran-Ersatz nutzten. Für den Frischverzehr sind nicht nur die Blüten sondern auch die jungen, zarten Blätter geeignet, die man laufend pflücken kann. Ansonsten ist die Ringelrose unentbehrlich Heilpflanze und Hautpflegemittel. Wer schnell eine Salbe für rissige Hände benötigt, pflückt drei Ringelblumenblüten, zupft die Blütenblättchen ab und knetet diese unter einen Teelöffel ungesalzene Butter. Die Salbe hemmt Entzündungen und macht die Haut zart und weich. 🙂 Im Kühlschrank hält sie sich drei bis vier Wochen.

Stark giftig ist der Schlafmohn, der vermutlich mit Vogelfutter in meinen Garten gekommen ist!? Die narkotisierende Wirkung war schon bei den Griechen und Römern der Antike bekannt. Ich finde die Blüte ganz einfach besonders hübsch und auch den Hummeln scheint sie zu gefallen.


11. Juni: Fingerhüte sind schön und tödlich giftig. Wild kommen sie vor allem auf etwas sauren und nährstoffreichen Waldböden vor. Aber auch als Gartenpflanze ist der Fingerhut beliebt. Und das nicht nur bei Gärtnern. Die Flecken in der Blüte imitieren Staubbeutel und dienen als Locksignal für hungrige Bestäuber. Die eigentlichen Staubgefäße liegen tiefer in der Rachenblüte und sind nur von Insekten zu erreichen, die die Barriere von groben Haaren am Blüteneingang überwinden können. Und das sind vor allem Hummeln. Die tiefe Blütenröhre dient den Insekten auch als Unterschlupf und Schutz bei Regen. Auch in den Blüten von Glockenblumen findet man häufig Insekten. Insbesondere Wildbienen trifft man morgens oft zu mehreren dort an. Sie nutzen die Blüte nicht nur als Wetterschutz, sondern auch als Schlafplatz.


10. Juni: Heute bin ich noch einmal den Weg abgegangen, den ich am Sonntag (14.06.) mit meinen Waldbaden-Gästen gehen werde. Wir werden beim Gang durch das Siekertal auf jeden Fall den Museumshof und die Hofwassermühle streifen und uns den mächtigen, teilweise exotischen Bäumen im Park widmen. Auch am Schwedenstein, einem Granitfindling aus der Saale-Eiszeit, werden wir einen Stopp einlegen. Mehr wird noch nicht verraten. Bis Samstag (12 Uhr) kann man sich für diese Veranstaltung noch bei mir anmelden.


09. Juni: Heute Vormittag bin ich meiner Wiese mit der Sense zu Leibe gerückt. Allerdings habe ich nur Gehwege durch das Gras gemäht. Dabei bin ich auf eine kleine Kröte gestoßen. Zum Glück ist ihr nichts passiert. Ich habe sie zu einem Reisighaufen gesetzt, wo sie sich dann „verkrümelt“ hat. Erdkröten ernähren sich von Insekten, Spinnen, Würmern und vor allem von Schnecken und sind deshalb außerordentlich nützlich. Außerdem sollen sie sehr ortstreu sein, wenn sie nicht gerade auf Wanderschaft zum Laichgewässer sind.

Wenn man genau hinschaut, dann sieht man nun auch junge Heuschrecken an den Gräsern sitzen. Sie sehen den erwachsenen Tieren bereits sehr ähnlich, sind allerdings ein paar Nummern kleiner. Sie müssen mehrere Nymphenstadien durchlaufen; eine Verpuppung, wie beim Schmetterling, findet bei den Heuschrecken nicht statt. Die Länge der Fühler dient zur Unterscheidung: Feldheuschrecken haben kurze, Laubheuschrecken lange Fühler. Laubheuschrecken sind Allesfresser (Fliegen, Blattläuse, pflanzliche Kost) und eher dämmerungs- und nachtaktiv. Sie erzeugen ihr Zirpen, indem sie die aufgestellten Flügel aneinanderreiben. Etwas gedulden müssen wir uns aber noch bis die „Wiesenmusikanten“ erwachsen sind und loslegen mit ihren Konzerten.

Am 20. Juni leitet meine Kollegin Mirjam-Hanna Voß auf der Aqua Magica in Bad Oeynhausen einen Workshop “Mähen mit der Sense”. Drei Stunden lang (von 10 bis 13 Uhr) wird der richtige Schwung geübt und das Dengeln erklärt. Anmeldung nehme ich gerne entgegen!


08. Juni: An den spätblühenden Rhododendron sieht man jetzt viele Hummeln bei der Nahrungssuche. Hummeln fliegen bei Temperaturen bis 6 °C. Im Gegensatz zu Honigbienen sind sie nahezu gleichwarm. Selbst bei niedrigen Außentemperaturen können Hummeln ihre Körpertemperatur bei ca. 35 °C halten. Weil sie dafür viel Futter benötigen, sieht man Hummeln bereits früh morgens oder auch noch spät abends fliegen. Auch regnerisches oder windiges Wetter hält sie nicht in ihrem Nest. Sie sind also emsiger als die „fleißigen“ Bienen, die erst bei höheren Temperaturen ausfliegen und ihr Tagwerk später beginnen und früher beenden.

Das Hummelchen (von Adolf Holst)
Es war einmal ein Hummelchen,
ein allerliebstes Pummelchen,
das flog die Kreuz und flog die Quer
im Blumengarten hin und her
und überall herum,
brumm, brumm,
mit Sumserumsumsum!

Doch eines Tages ist`s geschehen,
da sah es eine Knospe stehn,
die Knospe, die war zu!
Nanu?
Die Hummel sprach verdrossen:
Dies Wirtshaus ist geschlossen,
wie dumm!
Und flog mit Sumserumsumsum
ganz ägerlich ums Haus herum,
brumm, brumm!

Da ist die Knospe aufgewacht
und hat der Hummel aufgemacht;
die Hummel, die kroch gleich hinein
und trank den süssen Honigwein,
sie trank den ganzen Keller aus
und fand sich abends kaum nach Haus
und fiel auch einmal um,
brumm, brumm,
mit Sumserumsumsum!

07. Juni: Ich komme gerade von meiner ersten Waldbaden-Veranstaltung nach zwölf Wochen “Zwangspause” zurück. Vielen Dank an alle Teilnehmenden, auch für das Feedback. 🙂

Eine weitere Waldbaden-Aktion findet am 21. Juni von 10.00 – 13.00 Uhr in Lübbecke statt. Treffpunkt ist wieder der Parkplatz vor dem Lübbecker Krankenhaus. Eine Anmeldung ist über die VHS Lübbecke möglich. Auch für das Waldbaden in Bad Oeynhausen am 14. Juni (15.00 – 18.00 Uhr) sind noch Plätze frei. Bei Interesse bitte direkt bei mir melden.


06. Juni: Mit Holunderblüten kann man jetzt unzählige Rezeptideen verwirklichen. Hollerküchlein sind besonders lecker und ganz einfach herzustellen. Aus 1 Ei, 1 Tasse Milch, 1 EL Öl und 120 g Mehl stellt man einen Pfannkuchenteig her, den man dann eine halbe Stunde ruhen lässt. In dieser Zwischenzeit schneidet man ca. 10 Holunderblüten mit Stiel – nur ausschütteln, nicht waschen. In einer Pfanne mit 300 g Butter werden die zuvor in den Pfannkuchenteig getauchten Blütendolden dann goldgelb ausgebacken. An den Stielen kann man die Küchlein leicht aus der Pfanne nehmen, dann erst schneidet man sie mit der Schere ab. Hollerküchlein mit Zimt und Zucker bestreuen und genießen.

Für ein Holunderblütengelee die Blütendolden mit Apfelsaft übergießen, einen Tag stehen lassen und anschließend mit Gelierzucker verarbeiten.

Blüten mit Zitrone und Zucker aufkochen, stehenlassen, wieder aufkochen und in Flaschen abfüllen – fertig ist der Holunderblütensirup.

Bis zum Herbst muss man sich gedulden, wenn man einen Holunderlikör herstellen möchte. Getrocknete Beeren werden in eine Flasche gefüllt, sodass sie halbvoll ist. Mit klarem Schnaps übergossen, soll die Flasche eine Woche in der Sonne stehen, dabei mehrmals schütteln. Dann wird die Flüssigkeit abgeschüttet und je 500 g Zucker für einen Liter Schnaps zugefügt.


05. Juni: Gestern konnte ich endlich wieder meine Regentonnen auffüllen. Wie gut der Regen getan hat und wie gut es danach gerochen hat! Hoffentlich bleibt uns in diesem Sommer der Wettergott gewogen und hält den Kreislauf des Wassers am laufen.

Der Kreislauf des Wassers (James Krüss)
Vom Himmel fällt der Regen
und macht die Erde nass,
die Steine auf den Wegen
die Blume und das Gras.

Die Sonne macht die Runde
im altgewohnten Lauf
und saugt mit ihrem Munde
das Wasser wieder auf.

Das Wasser steigt zum Himmel
und wallt dort hin und her.
Da gibt es ein Gewimmel
von Wolken, grau und schwer.

Die Wolken werden nasser
und brechen auseinand`,
und wieder fällt das Wasser
als Regen auf das Land.

Der Regen fällt ins Freie
und wieder saugt das Licht,
die Wolke wächst aufs Neue,
bis dass sie wieder bricht.

So geht des Wassers Weise:
Es fällt, es steigt, es sinkt
in ewig gleichem Kreise
und alles, alles trinkt.

04. Juni: Jetzt ist Blattlaus-Zeit! Die kleinen Pflanzensaftsauger sitzen in mehr oder weniger großen Kolonien an Stängeln und Blättern von Kräutern und Sträuchern. Neben den Läusen findet man schnell auch Ameisen, die die zuckerhaltigen Ausscheidungen (Honigtau) der Läuse naschen und sie gegen Feinde verteidigen. Zu diesen räuberischen Blattlausfressern gehören Marienkäfer und ihre Larven, Schwebfliegenlarven, Florfliegenlarven, Blumenwanzen oder auch Ohrwürmer. Also bitte nicht gleich zur chemischen Keule greifen, sondern Nützlinge fördern.

Gegen Blattläuse kann man auch ein pflanzliches Spritzmittel einsetzen, z. B. einen Brennnessel-Kaltwasserauszug. Zur Herstellung benötigt man zirka 1 kg frisches Brennnesselkraut, das man in 10 Liter lauwarmem Wasser 24 Stunden einweicht und anschließend absiebt. Damit spritzt man (unverdünnt) 1x wöchentlich die betroffenen Pflanzen. Bei starkem Blattlausbefall an drei Tagen hintereinander spritzen. Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung von Kartoffelabsud, also dem Kochwasser der Speisekartoffeln. Damit spitzt man, ebenfalls unverdünnt, die verlausten Pflanzen. Die Blattläuse sterben nicht, sondern machen sich einfach vom Acker.


03. Juni: Die Urform der Pfingstrose stammt aus Ostasien. Sie wird seit dem 12. Jahrhundert in Mitteleuropa kultiviert und zählt inzwischen zu den beliebtesten Stauden in unseren Gärten. Die Pflanze – auch Rose ohne Dornen genannt – blüht üppig in weiß, rosa oder rot und ist eine gute Schnittblume. Im Spätherbst oder Frühjahr werden alle Stengel bis zum Boden zurückgeschnitten. Wer die Pflanze im Winterhalbjahr teilt und den Wurzelstock verpflanzt, muss damit rechnen, dass die Blüte zwei bis drei Jahre auf sich warten lässt.

Im Mittelalter wurden Wurzeln oder Samen der Pfingstrose vielfach als Amulett getragen. So war man gegen Verhexung und andere Formen von Verzauberung geschützt. Zahnende Kinder erhielten eine Kette mit 77 schwarzen Samenkörnern um den Hals gehängt.


02. Juni: Der anspruchslose Borretsch darf sich bei mir im Garten selbst aussäen. Die einjährige Pflanze wird auch Gurkenkraut genannt. Die jungen Blätter haben ein gurkenähnliches Aroma und harmonieren gut mit Salaten. Die Blüten, die ebenfalls essbar sind, sollen die Seele fröhlich stimmen. Außerdem locken sie Bienen und Hummeln an und im Herbst Grünfinken, die sich dann an den ölhaltigen Samen gütlich tun. Borretsch ist eine alte Heilpflanze, die in mittelalterlichen Klöstern kultiviert wurde. Aus Borretsch-Blättern zubereiteter Tee wirkt blutreinigend, nervenstärkend, harn- und schweißtreibend und hat herzstärkende Eigenschaften.


01. Juni: Schmetterlinge zählen zu den Insekten mit vollständiger Verwandlung: Aus dem Ei schlüpft eine Raupe, die sich verpuppt. Nach der Puppenruhe schlüpft schließlich der Falter. Mit jeder Entwicklungsphase sieht der Schmetterling anders aus. Früher glaubte man zunächst tatsächlich, dass es sich bei Raupe und Falter um verschiedene Tierarten handelt.

Abbildungen von Schmetterlingen findet man manchmal auf alten Grabsteinen. Sie sind Symbole für ewiges Leben und Unsterblichkeit. Die Raupe deutet sinnbildlich auf das Leben, die Puppe auf den Tod und das geflügelte Insekt auf die von der Materie befreite Seele und die Auferstehung hin.


31. Mai: Wildrosen sind sehr veränderlich und erzeugen laufend „Mischlinge“ miteinander, so dass eine Bestimmung nicht immer ganz einfach ist. Die Hecken- oder Hundsrose kommt in 60 Varietäten und Formen vor. Sie wird von den Rosenzüchtern als Veredelungsunterlage für die Kultursorten verwendet.

Rosenblüten werden seit Jahrhunderten zu kulinarischen Zwecken genutzt. Bereits die Römer streuten Rosenblätter in den Wein und kochten Rosenpudding. Welche Rose man verwendet ist egal. Ob Wildrose, historische Rose oder moderne Züchtung, Hauptsache sie duftet, ist ungespritzt und frisch erblüht. Die Blüten sollten nicht gewaschen, sondern nur vorsichtig auf Insekten untersucht und, wenn nötig, ausgeschüttelt werden. Und weil die hellen Ansätze der Blütenblätter bitter schmecken können, sollte man diese mit einer Schere abschneiden. Sehr einfach herzustellen und als Verzierung von Kuchen und Desserts zu verwenden ist Rosenzucker: Für 250 g Zucker benötigt man etwa 20 g getrocknete Rosenblätter (Trocknungszeit 2 – 3 Tage). Die Blütenblätter in der Küchenmaschine zerkleinern oder im Mörser zerreiben bis sie die Konsistenz von grobem Sand haben. Dann den Zucker zugeben, alles gut vermischen und in einem verschließbaren Behälter aufbewahren.


30. Mai: Gestern habe ich einen Ausflug in den Stemweder Berg gemacht: Vom Parkplatz an der Obstwiese „Auf den Bröken“ (roter Pfeil auf der Übersichtskarte) bin ich durch Nadel- und Laubwald bis zu den Brummlöchern spaziert. Auf dem Rückweg kommt man am Waldkindergarten vorbei und hat einen schönen Blick in die Landschaft. Der gut gekennzeichnete Rundweg (rosa gestrichelt) ist laut Übersichtskarte 4,4 km lang. Wer diese Ecke noch nicht kennt, sollte sie sich unbedingt mal anschauen – vielleicht zu Pfingsten. Allein die Obstwiese mit den Schautafeln ist sehenswert. Leider sind die Früchte noch lange nicht reif. Aber auch die Brummlöcher muss man gesehen und ausprobiert haben. 🙂


29. Mai: Der Rote Mohn oder Klatschmohn zählt zu den Acker-un-kräutern oder besser gesagt zu den Ackerwildkräutern. Er blüht von Mai bis Juni und ist glücklicherweise (wieder) relativ häufig auf den Feldern zu sehen. Viele andere, ehemals häufige Kulturpflanzen-Begleiter sind in ihrem Bestand gefährdet und stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Herbizideinsatz und verbesserte Saatgutreinigung sind zwei Gründe für den Rückgang der Ackerbegleitflora. Mit den Pflanzen verschwinden auch Insekten und Spinnen, die die Ackerlebensgemeinschaft im ökologischen Gleichgewicht halten. Forschungen belegen auch, dass wild wachsendes Beikraut in Feldern Schädlinge von den Kulturpflanzen ablenkt. (Nachzulesen bei: Krimphove, P. (2017): Drei Fragen an … Dr. Michael Glemnitz. In: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (Hrsg.): forschungsfelder: Hurra, Vielfalt! Ausgabe 2, Juni 2017.)

Der Klatschmohn zählt zu unseren ältesten pflanzlichen Kulturbegleitern. Samenfunde sind für die Jungsteinzeit belegt und wurden auch als Grabbeigabe in altägyptischen Gräbern entdeckt. Ein Sprichwort sagt: „Traue nicht dem Ort, an dem kein Unkraut wächst“. In diesem Sinne bin ich für eine nachhaltige Landbewirtschaftung, in der Ackerwildpflanzen überleben können und zur bunten Vielfalt beitragen.


28. Mai: Manche Weg gehe ich immer wieder gerne. Gestern war ich in einem Wäldchen unterwegs, das ich auch bei Waldbaden-Veranstaltungen durchquere. Der Weg ist teilweise so schmal, dass man in einer Reihe hintereinander gehen muss. So wird man nicht durch Gespräche abgelenkt und kann die Waldatmosphäre und sich bietende Ausblicke richtig genießen. 🙂

Dabei kann man auch die Blätter der Berg-Ulme entdecken, die oft mehrere Spitzen haben. Als Baum des Vertrauens und Kraftbaum für Leib und Seele hat die Ulme ihren Platz im keltischen Baumkreis. Leider sind Ulmen selten geworden. Die Ulmenwelke, verursacht durch einen Pilz, der vom Ulmensplintkäfer übertragen wird, macht den Bäumen zu schaffen. Der Pilz dringt in die Leitungsbahnen des Holzes und verstopft sie. Die Nährstoff- und Wasserversorgung wird unterbrochen, was dazu führt, das Zweige, Äste oder der ganze Baum abstirbt. Dringt der Pilz bis in die Wurzeln vor, kann er auch benachbarte Ulmen schädigen, da diese unterirdisch meist miteinander verwachsen sind.

Die Linde ist der Baum der Liebenden und des Herzens. Mit ihrem Nektarreichtum locken Linden viele Bienen und Hummeln an. In Amerika wird der Baum deshalb bee tree (Bienenbaum) genannt. Die Sommer-Linde fängt im Juni an zu blühen, die Winter-Linde folgt kurz danach. Das sommerliche Laub wird von Blattläusen bewohnt. Der Linde schadet das nicht, allerdings finden manche Autobesitzer es nicht lustig, wenn ihr darunter geparktes Gefährt mit klebrigem Honigtau der Läuse überzogen wird. Entschädigend lindern Lindenhonig und Lindenblütentee Erkältungen, Nervosität und Schlaflosigkeit.

Eine krautige Wildpflanze, die ich persönlich so schön finde, dass sie es bei mir bis in den Blumentopf auf die Terrasse geschafft hat, ist die Echte Nelkenwurz. Der Name verrät schon, wie die Wurzel früher verwendet wurde, nämlich als Ersatz für die Gewürznelke und Zimt. Auch gegen allerlei gesundheiltliche Beschwerden ist die Pflanze hilfreich. Das Beste jedoch ist ihre antidämonische Wirkung: Die gepulverte Wurzel ist Bestandteil des „Malefizpulvers“, das gegen Hexen und Teufel eingesetzt werden kann. 🙂


27. Mai: Der metallisch grün-goldene Gemeine Rosenkäfer ist ein „echter Brummer“. Er ist gestern um mich rumgeschwirrt und war dabei ziemlich geräuschvoll. Gelandet ist er im Efeu – vielleicht um eine Pause einzulegen. Er ernährt sich von Pollen, den er in Rosen, Holunder, Weißdorn oder Doldenblütlern findet. Der Käfer ist also kein Schädling! Der Grünrüßler ist eigentlich eine Art, die in Laubbäumen lebt und dort Blätter frisst. Die Larven leben und verpuppen sich im Boden. Sie ernähren sich von Wurzeln und können die Pflanzen dadurch schädigen. Auch die Larven der Schnellkäfer sind Wurzelfresser. Die erwachsenen Käfer findet man auf Blüten und Blättern in Wiesen und in Gebüschen. Schnellkäfer haben eine besondere Fähigkeit: Sie können sich aus der Rückenlage mit einem Klick mehrere Zentimeter hoch in die Luft schnellen. Dabei drehen sie sich und landen auf der Bauchseite. Außerdem sind sie gute Flieger.

Schwebfliegen wenden ebenfalls einen Trick an, um sich zu schützen. Mit der Farbkombination gelb-schwarz sehen sie wie Wespen aus. So täuschen sie ihre Fressfeinde, die gelernt haben, sich vor Wespen in Acht zu nehmen. Schwebfliegen sind also „Trittbrettfahrer“, die stechende Wespen imitieren, aber selbst ganz harmlos sind. Wer genauer hinschaut, erkennt die zusammengesetzten irisierenden Augen, die für die meisten Fliegen typisch sind.


26. Mai: Viele Begegnungen mit „wilden“ Tieren sind eher zufällig. Gestern bin ich auf eine Großlibelle gestoßen, die auf der Straße saß. Leider kann ich nicht sagen, um welche Art es sich handelt. Eventuell ist es ein Großer Blaupfeil, noch nicht voll ausgereift? Dafür weiß ich, dass Großlibellen faszinierende Flugkünstler und hervorragende Jäger sind. Dazu tragen vor allem ihre vier Flügel bei, die unabhängig voneinander bewegt werden können. Großlibellen können wie ein Hubschrauber in der Luft stehen bleiben und sogar rückwärts fliegen. Hilfreich sind auch die großen Komplexaugen, die den ganzen vorderen Teil und die Seiten des Kopfes einnehmen. Sie bestehen aus 10.000 – 30.000 Einzelaugen.

Eine weitere glückliche Entdeckung war die Holzschlupfwespe. Das weibliche Tier hat ein körperlanges Legerohr, mit dem es ein Ei auf/in Larven ablegt, die im Holz umgestürzter oder gefällter Bäumen leben. Die aus dem Ei schlüpfende Wespenlarve frisst ihren Wirt und sorgt damit für die Aufrechterhaltung des natürlichen Gleichgewichts: Nehmen bestimmt Schadinsekten ungewöhnlich zu, dann reagieren die verschiedenen Schlupfwespenarten, die auf diese Art spezialisiert sind, ebenfalls rasch. Wie die Wespe allerdings den Wirt im Holz aufspürt, ist mir ein Rätsel.

Weniger aufsehenerregend ist das Wald-Bingelkraut. Die Pflanze wächst auf nährstoffreichen Waldböden und oft in ausgedehnten Beständen. „Wo die Sonne Kringel baut, da wächst auch das Bingelkraut“, ist eine gute Merkhilfe. Männliche und weibliche Blüten sitzen getrennt auf verschiedenen Pflanzen. Da zur Blütezeit, Anfang März, noch kaum Insekten fliegen, verlässt sich die Pflanze auf den Wind als Pollentransporteur.


25. Mai: Die Monate Mai und Juni sind die Haupterntezeit für Erdbeeren. Die Gartenerdbeere stammt von zwei amerikanischen Arten ab, nicht wie oft behauptet von der heimischen Walderdbeere. Die Samen der Erdbeere sitzen als winzige gelb-grüne Nüsschen außen auf der roten „Schale“. Damit ist die Erdbeere botanisch gesehen eine Sammelnussfrucht. Das muss man nicht wissen, um die Früchtchen genießen zu können. In einem Erdbeer-Projekt habe ich mit Kindern mal eine Erdbeerbowle hergestellt. Hier kommt das Rezept für die Schlammbowle:

Man braucht (für 4 Personen) 250 g Erdbeeren, ¼ Liter Apfelsaft, 5 Eßl. Zucker, Saft einer ½ Zitrone, 1 Liter Mineralwasser (prickelnd) und ½ Liter Vanilleeis. Die Früchte klein schneiden, in eine Schüssel geben, den Zucker und Zitronensaft dazugeben, mit dem Apfelsaft aufgießen und über Nacht im Kühlschrank gut abgedeckt stehen lassen. Am nächsten Tag die vorbereitete, angesetzte Bowle in einen großen Krug gießen. Danach das Vanilleeis mit einem Löffel dazugegeben, und anschließend das Ganze mit dem Mineralwasser auffüllen. Jetzt nur noch so lange umrühren, bis das Eis zergangen ist und die Bowle schön schlammig aussieht. Prost!


24. Mai: Das Beobachten und Deuten von Wetter- und Naturphänomenen hatte früher für die Bauern eine große, sogar existenzielle Bedeutung. Erhalten geblieben sind die Bauernregeln, die wir heute oft belächeln. Wissenschaftlich erwiesen ist jedoch, dass vor allem viele Langfristprognosen eine Eintreffwahrscheinlichkeit von immerhin 65 % und höher haben. Diese Info stammt aus dem Buch von Bernhard Michels „Abendrot Schönwetterbot` – Wetterzeichen richtig deuten“ (blv-Verlag 2003). Der Autor weist außerdem darauf hin, dass die meist in Reimen gehaltenen Sprüche teilweise nur für bestimmte Regionen gelten. Und auch die Kalenderreform von Papst Gregor XIII (1582) sowie die „Kleine Eiszeit“ (um 1650) tragen dazu bei, dass manche alte Regel heute großzügiger ausgelegt werden muss.

Morgen (25. Mai) ist ein wichtiger Lostag für das Wetter der kommenden Tage: „Wie sich`s an St. Urban verhält, so ist`s noch 20 Tage bestellt.“ Eine gute Gelegenheit, um so eine Regel mal zu überprüfen. Und für den Sommer gilt generell: “Wenn die Schwalben niedrig fliegen, werden wir bald Regen kriegen. Fliegen alle Schwalben hoch, wird das Wetter schöner noch!”


23. Mai: Gräser haben unauffällige Blüten und sind unscheinbarer als andere Kräuter. Auf den ersten Blick sehen alle gleich aus. Bei näherem Hinsehen entdeckt man jedoch die Vielfalt der Formen und erkennt, dass die häufigsten Pflanzen unserer Flora kunstvolle Bauwerke der Natur sind.

Kein vom Menschen erbauter Turm kommt ihnen gleich an Standfestigkeit, Biegsamkeit und Höhe (in Bezug auf den Durchmesser). Gräser können über einen Meter hoch werden und sind an der Basis nur wenige Millimeter dick. Sie besitzen parallel verlaufende Wasser- und Nährstoffleitungsbahnen, die verholzt sind und in der Pflanze ganz außen angeordnet sind. Innen sind die Halme hohl. Dies macht sie viel biegsamer und bruchfester als eine kompakte Säule. Zwischen den hohlen Abschnitten sind sogenannte Knoten dazwischengeschaltet. Hier befindet sich Zellmaterial, welches schnell wachsen kann. Dadurch können sich Gräser wieder aufrichten, wenn sie durch Wind und Wetter umgeknickt werden. Durch die hohle Konstruktion spart die Pflanze zudem Baumaterial und kann, insbesondere bei feuchtwarmer Witterung, schnell wachsen (1 mm / Std.).

Gräser überleben an extremen Standorten von dauernaß bis staubtrocken, von sehr heiß bis arktisch kalt. Sie bilden eine wichtige Ernährungsgrundlage für viele Nutz- und Wildtiere und auch für uns Menschen, denn alle Getreidearten sind Gräser.


22. Mai: Gestern waren nicht nur Vatertagsausflügler unterwegs, sondern auch die Spannerraupen. Im Hollwinkeler Holz – bekannt ist der Ruhewald Hollwinkel, der einen kleinen Teil des Waldes einnimmt – wachsen vor allem Laubgehölze. Sowohl an den Buchenstämmen als auch an den Eichen waren viele Spannerraupen zu sehen. Aufgefallen sind mir auch Raupen-Gespinste an Pfaffenhütchen und „Blatt-Tüten“ (s. 9. Mai). Fast übersehen hätte ich die Veränderliche Krabbenspinne. Diese Bezeichnung trägt sie aufgrund ihrer Fähigkeit sich farblich dem jeweiligen Untergrund anzupassen. Von weiß über gelb bis grün sind alle Tarnfarben möglich.

Rötlich gefärbte Käfer sind dagegen kaum zu übersehen: Der Gemeine Weichkäfer wird auch Soldatenkäfer genannt. Diesen Namen erhielt die Art, weil ihre Tracht in Schwarz und Rot an frühere Uniformen erinnert. Der Scharlachrote Feuerkäfer ernährt sich von süßen Säften, also von Blütennektar, Baumsäften und Honigtau. Die Larve entwickelt sich unter der Rinde alter, bereits abgestorbener Laubbäume oder im Klafterholz und jagt dort nach Insekten. Die Vielblütige Weißwurz und das Zweiblättrige Schattenblümchen sind beide ausgesprochene Waldarten und giftig. Die erste Pflanze steht im Ruf die sagenhafte „Springwurz“ zu sein, mit deren Hilfe man verborgene Schätze finden und unbeschadet heben kann. Die zweite duftet wunderbar und trägt zwei herzförmige Blätter.


21. Mai: Meine Kartoffel-Kultur im Maurerkübel gedeiht. Ich habe vier verschiedene Sorten gesetzt; weltweit gibt ca. 5.500. Die Kartoffel kam mit spanischen und italienischen Seefahrern zu Beginn des 16. Jahrhunderts aus Südamerika (Peru) nach Europa. Sie wurde als exotische Zierpflanze in Parks und Gärten von Adeligen und Reichen angepflanzt. Knapp 100 Jahre dauerte es bis man das Potential der Kartoffel als Nahrungspflanze erkannte. Zunächst aß man aus Unkenntnis die oberirdischen grünen Früchte und zog sich tödlich endende Vergiftungen zu. Auf die Idee, die unterirdische Knolle zu verspeisen kam man erst nach und nach. König Friedrich dem II. ist es zu verdanken, dass das Misstrauen gegen die Kartoffel letztlich schwand: Er ließ die Kartoffelfelder von Soldaten bewachen und wies damit auf die Kostbarkeit der Knolle hin. Dies überzeugte die Bauern, die nachts Kartoffeln von den Feldern stibitzten und so herausfanden, dass Erdäpfel lecker schmecken und dazu sehr nahrhaft sind. Kartoffeln gehören inzwischen zu den Grundnahrungsmitteln. Sie enthalten alle lebenswichtigen Stoffe, die uns gesund halten: Stärke, Eiweiß, Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe.


20. Mai: Nicht jeder mag Insekten. Fakt ist aber, dass die Vielfalt bei den tierischen Lebensformen durch die Insekten bestimmt wird. Sie dienen einer ganzen Reihe von anderen Tieren als Nahrung und nehmen (neben den Pflanzen) eine ökologische Schlüsselposition ein. Ohne Insekten können sich beispielsweise zahlreiche Vögel nicht ernähren und somit auch nicht überleben. Wer also etwas für die Artenvielfalt tun möchte, sollte sich auf die Insekten konzentrieren, da diese wiederum andere Arten „füttern“. Auf meiner Wiese öffnen sich immer mehr weiße Blütenschirme des Wiesenkerbels, auf denen sich kleine Tierchen tummeln. Beim genauen Hinschauen entdeckt man immer mehr. Allerdings bleiben sie nie still sitzen, wenn man sie fotografieren möchte. 🙂


19. Mai: Bäume und Sträucher bilden das Rückgrat im Garten und haben eine hohe ökologische Bedeutung. Dies gilt in erster Linie für die heimischen Arten, da sie Nahrung und Lebensraum für Insekten und zahlreiche andere Tierarten bieten. Der Faulbaum und das Pfaffenhütchen wachsen bei mir in einer Wildstrauchhecke. Beide Gehölze sind anspruchslos, jedoch optisch wenig spektakulär was die Blüten anbelangt. Sie sind bei beiden Arten unauffällig grünlich gefärbt.

Der Faulbaum blüht allerdings vom Frühling bis zum Herbst, was ihn zu einer guten Bienenweide macht. Das Pfaffenhütchen hat ebenfalls nektarreiche Blüten, die wie ein Insektenmagnet wirken. Als Nahrungspflanze ist der Faulbaum für die Raupen des Zitronenfalters und des Faulbaumbläulings unerlässlich. Auch das Pfaffenhütchen wird in manchen Jahren von den Raupen der Pfaffenhütchen-Gespinstmotte „heimgesucht“. Die Raupen können einen Strauch komplett kahlfressen und mit einem weißen dichten Gespinst überziehen. Der Strauch treibt danach allerdings wieder aus, wird also nicht nachhaltig durch die Raupeninvasion geschädigt. Im Herbst haben die Sträucher dann ihren großen Auftritt: Die Blattfärbung beim Faulbaum ist leuchtend gelb, beim Pfaffenhütchen gelb bis feuerrot. Auch die Früchte sind sehr hübsch und werden gerne von Vögeln gefressen.


18. Mai: Neulich im Wald bin ich durch das Rufen von Jungvögeln auf eine Buntspechthöhle in einer abgestorbenen Robinie aufmerksam geworden. Da die Ränder des kreisrunden Einfluglochs hell aussehen, gehe ich davon aus, dass es eine „frische“ Bruthöhle ist. Spechte zimmern jedes Jahr eine neue Höhle, die alten werden gerne von Meisen oder Kleibern als Kinderstube genutzt, aber auch von Fledermäusen, Hornissen, Siebenschläfern und anderen Tieren besetzt. Die Eier des Buntspechts sind weiß gefärbt. Das gilt auch für die meisten anderen Höhlenbrüter. Eine Tarnung ist im Dunkel der Höhle nicht notwendig. Für Bodenbrüter, die ihr Nest häufig sehr offen anlegen, ist ein gutes Versteck und ein getarntes Gelege dagegen sehr wichtig. Eine dem Boden angepasste Färbung der Eier wird von Nestfeinden die mit den Augen suchen, z. B. Elstern oder Krähen, schnell mal übersehen. Recht verbreitet unter den Singvögeln ist türkis oder blaugrün als Grundfarbe der Eier. Man findet sie beispielsweise bei Drosseln, die an schattigen Plätzen in Hecken, Gebüschen oder Bäumen brüten.

Wer zufällig ein Gelege mit Eiern entdeckt, sollte seine Neugier im Zaum halten und die Nestumgebung meiden. Zum einen könnten Nesträuber aufmerksam werden, zum anderen bleiben die Vogeleltern bei jeder Störung dem Nest fern, so dass das Gelege (oder Jungvögel) auskühlen könnte.


17. Mai: Randringhausen, nördlich der Stadt Bünde gelegen, ist ein altes Bauernbad. Es gibt hier Jod-Schwefel-Quellen (man riecht sie), die für Bäder genutzt werden. Das Kneipp-Becken ist zur Zeit nicht in Betrieb. Sebastian Kneipp wurde übrigens am 17. Mai 1821 geboren. 🙂 Früher wurde hier außerdem aus den benachbarten Flachmooren Heilmoor für Anwendungen abgebaut. Von den ehemals zwei Kurhäusern ist nur noch eines aktiv. Wer nicht zum Kuren kommt, kann hier schöne Spaziergänge durch Felder, Wiesen und Wälder machen. Entlang des Ostbachs, der sich durch den Kurpark schlängelt, wurden Seen angelegt. Im Moorsee, bei dessen Anlage Torf im Untergrund gefunden wurde, gibt es Karpfen. Diese Information habe ich von zwei Anglern erhalten, die ich bei meinem Rundgang getroffen habe. Beim Erlensee deutet der Name auf die am Ufer stehenden Gehölze hin.


16. Mai: Auf dem Gipfel des Reinebergs finden sich noch wenige Überreste der ehemaligen Burg Reineberg. Die Burganlage wurde 1221 erstmals urkundlich erwähnt. Ursprüglich war sie im bischöflichen Besitz, das änderte sich allerdings mehrfach, u.a. durch Verpfändung. Bis die Burg im Jahre 1723 wegen Baufälligkeit abgebrochen wurde, wurde sie belagert, gestürmt und mehrfach geplündert. Das ist schwer vorstellbar, da es mit den vielen alten Bäumen jetzt sehr friedlich und stimmungsvoll ist.

In der Nähe befindet sich die Wittekindsquelle, die die Burg mit Trinkwasser versorgte. Heute beherbergt der Quellteich Bergmolche. Folgt man dem Quellbach talwärts kommt man durch einen Bärlauch-Wald und muss eine Furt queren. Manchmal, insbesondere im Frühjahr, muss man sich etwas einfallen lassen, um keine nassen Füße zu bekommen. Am Waldrand kann man noch einen Abstecher in den Steinbruch machen. Leider haben wenig begabte Künstler die Felsen teilweise bekritzelt.


15. Mai: Der Gedenktag für die heilige Sophia von Rom ist der 15. Mai. Sie wird gegen Spätfröste und für das Gedeihen der Feldfrüchte angerufen. Als „Kalte Sophie“ ist sie die letzte in der Reihe der Eisheiligen. „Vor Nachtfrost sicher bis du nicht, bevor Sophie vorüber ist.“

Der erste Eisheilige ist Mamertus oder Mamerz (11. Mai): „Der heilige Mamerz hat aus Eis ein Herz.“ Nummer zwei ist Pankraz oder Pankratius (12. Mai): „Wenn`s an Pankratius gefriert, wird im Garten viel ruiniert.“ Der dritte Eisheilige heißt Servaz oder Servatius (13. Mai): „Servatius` Hund der Ostwind ist, hat schon manch Bäumlein totgeküsst.“ Darauf folgt Bonifaz oder Bonifatius (14. Mai): „Wer seine Schafe schert vor Bonifaz, dem ist Wolle lieber als sein Schaf.“

Laut dieser Bauernregeln wird das Frühlingswetter erst mit Ablauf der „Kalten Sophie“ stabil. Wissenschaftlich nachgewiesen sind zu dieser Jahreszeit Luftdruckveränderungen, die Nordwind und Nachtfröste mit sich bringen. Phänologisch betrachtet ist es bereits Frühsommer. Zeichen dafür sind der Blühbeginn von Holunder, der Wildgräser und des Getreides. Auch hat die erste Heuernte und damit die heftigste Heuschnupfenphase begonnen.


14. Mai: Wer nun unter einem Kastanienbaum steht und sich die Blütenkerzen genauer anschaut, der mag sich wundern über das unterschiedlich gefärbte Blüteninnere.

Die blumenförmigen Blüten von Bäumen, Sträuchern und Kräutern bieten vielen Insekten ein gigantisches Nahrungsangebot. Der Nutzen für die Pflanze ist gleichermaßen groß, denn durch die Bestäubung kann sie Samen bilden und sich vermehren. Diese wechselseitige Abhängigkeit hat sich über Jahrmillionen zu einem perfekten Zusammenspiel entwickelt. Blütenfarbe und -zeichnung sind dabei wichtige Signale für die Blütenbesucher. Das Saftmal zeigt dem Insekt, wo genau es Nektar und Pollen findet. Es liegt im Zentrum der Blüte und hebt sich meist farblich von den umgebenden Blütenblättern ab. Bei vielen Blüten, wie beispielsweise bei der Rosskastanie, sind diese Farbmale veränderlich und eindeutige Zeichen für Insekten: Gelbe Saftmale weisen auf Blüten mit viel Nektar hin. Rote Saftmale sind ein Zeichen dafür, dass die Blüte bereits bestäubt wurde und dort praktisch kein Nektar mehr zu holen ist. Bienen und Hummeln lernen das schnell und sparen sich so vergebliche Besuche und ihre (Lebens-)Energie. Für die Pflanze erhöht sich die Chance, dass die Bestäuber andere, noch unbefruchtete Blüten anfliegen.

Bei manchen Pflanzen färben sich die Blüten nach der Befruchtung komplett um, wie z. B. beim Lungenkraut oder Vergissmeinnicht. Gesteuert wird der Farbwechsel durch den pH-Wert in der Blüte.


13. Mai: Gestern habe ich einen kurzen Abstecher in das Naturschutzgebiet „Finkenburg“ gemacht. Es liegt im Bereich der ehemaligen Tongrube der Ziegelei Lübbecke. Das Gebiet ist klein, aber sehr fein, mit naturnahen Teichen, Gebüschen, Wäldchen und Wiesen. Es war ziemlich frisch, aber der Spaziergang hat meine Laune eindeutig verbessert. Und zu beschauen gab es natürlich auch Vieles: Die Blüten der Roten Lichtnelke werden gerne von Schmetterlingen und langrüsseligen Hummeln besucht. Das Hirtentäschelkraut hat seinen Namen wegen der Ähnlichkeit der Früchte mit den Umhängetaschen mittelalterlicher Hirten. Es wurde früher oft gebraucht, um Entzündungen zu heilen und Blutungen zu stillen. Die Raupe des Großen Frostspanners zählt zu den Schädlingen, die vorzugsweise an Eichen und Obstbäumen zu finden sind. „Meine“ saß auf einem Blatt der Wildkirsche. Treten die Tiere in Massen auf, können sie ganze Bäume kahlfressen. Die Pimpernuss ist ein selten vorkommender und deshalb wenig bekannter, heimischer Strauch. Im Frühjahr und Sommer ist die Pflanze eher unauffällig. Besondere Hingucker bzw. „Hinhörer“ sind dagegen die Blasenfrüchte: Die pergamentartigen Kapselfrüchte enthalten (essbare) Samen, die bei Wind ein klapperndes Geräusch verursachen.


12. Mai: Eine neue Studie zum Insektensterben* bestätigt, dass insbesondere der Bestand landlebender Insekten rückläufig ist. Dahingegen zeigt sich eine Erholung bei Süßwasserinsekten, wie z. B. Libellen und Köcherfliegen. Vermutet wird, dass dies auf Schutzmaßnahmen an Gewässern zurückzuführen ist.

Die Forscher haben Langzeitstudien aus aller Welt zusammengetragen und analysiert: Im globalen Durchschnitt gingen landlebende Insekten wie Schmetterlinge, Heuschrecken oder Ameisen um 0,92 % pro Jahr zurück. Dies entspricht einem Rückgang von 24 % über 30 Jahre und sogar einer Halbierung über 75 Jahre. Insekten, die in Bodennähe leben und fliegende Insekten, die früher verhäuft an Windschutzscheiben und Kühlergrills klebten, kommen heute seltener vor. Nur die Zahl der Insekten, die in Bäumen leben, blieb im Schnitt unverändert. Die Insekten-Rückgänge waren in Teilen der USA sowie in Europa, insbesondere in Deutschland, am stärksten. Als Ursachen für den Rückgang der biologischen Vielfalt wird die veränderte Landnutzung sowie die Zerstörung natürlicher Lebensräume angegeben. Ganz ohne Hoffnung ist das Forscherteam jedoch nicht, weil – wie an den Süßwasserinsekten zu sehen ist – Insektenpopulationen sich durch Schutzmaßnahmen wieder erholen können.

*Roel van Klink, Diana E. Bowler, Konstantin B. Gongalsky, Ann B. Swengel, Alessandro Gentile and Jonathan M. Chase (2020): Meta-analysis reveals declines in terrestrial but increases in freshwater insect abundances. Science, 368(6489)


11. Mai: Die Natur bietet gerade Vieles, über das sich zu schreiben lohnt. Leider würde das hier den Rahmen sprengen; ich muss mich also beschränken und picke das heraus, was mich besonders fasziniert. Das Schöllkraut beispielsweise hat schön geformte Blätter, die ins blaugrün gehen. Die Pflanze ist leicht an dem (giftigen) orangefarbenen Milchsaft zu erkennen, der an den Bruchstellen austritt. Angeblich dient er als Mittel gegen Warzen. Für die Alchemisten war die Pflanze ein „Geschenk des Himmels“: Sie vermuteten in dem Pflanzensaft den Stein des Weisen mit dessen Hilfe es ihnen möglich wäre, Gold herzustellen. Die Samen der Pflanze tragen einen nahrhaften Ölkörper, die gerne von Ameisen „verschleppt“ werden.

Ziemlich häufig kommen bei mir auch diese beiden schwarz-roten Tierchen vor: Die Blutzikade ist die größte heimische Schaumzikade. Die erwachsenen Tiere ernähren sich von Pflanzensäften, die sie mit ihrem Rüssel aus Gräsern und Sträuchern ziehen. Die Larven leben unterirdisch an Wurzeln, eingepackt in Schaumnester, die auch „Kuckucksspeichel“ genannt werden. Die Streifenwanze, die unterseits gepunktet ist, saugt auf Wiesen vor allem an Doldengewächsen. Die Weibchen legen die Eier in kleinen Paketen auf der Blattoberfläche ab. Die geschlüpften Larven werden von der Mutter noch eine Weile bewacht, bevor sie eigene Wege gehen.


10. Mai: Gundermann ist eine alte germanische Heilpflanze. In der Volksmedizin wurde ein Tee aus frischem oder getrockneten Kraut bei Husten und Magenverstimmungen getrunken. Äußerlich wurde es zur Wundbehandlung und bei Entzündungen in Mund- und Rachenbereich verwendet. Als „guter Pflanzengeist“ macht sich der Gundermann gerne in der Nähe des Menschen breit. Unter seinen Blättern vermutete man den Aufenthaltsort der mit Haus und Hof verbundenen Geister und Heinzelmännchen. Als Zeichen der Verbundenheit mit der beseelten Natur flocht man sich an besonderen Festtagen Kränze aus Gundermann ins Haar. Das Kraut hat wegen seiner ätherischen Öle ein starkes Aroma. Bis ins 17. Jahrhundert war es deshalb eine der wichtigsten Bierwürzen.

Bei mir wächst der Gundermann unter den Sträuchern. Ich finde ihn nicht nur hübsch, sondern auch nützlich: Als rankender, wintergrüner Bodendecker, fängt er das Herbstlaub ein und führt sie in den Nährstoffkreislauf zurück. Gestern habe ich zudem eine Gundermann-Torte hergestellt. Für den Boden benötigt man 200 g Butterkekse und 100 g Butter, für den Belag 200 g Sahne, 100 ml Milch, 6 Blatt Gelatine (alternativ: Agar Agar – gibt es von der Fa. RUF), 50 g Gundermann (Blätter und Blüten), 200 g Joghurt, 200 g Frischkäse, 6 EL Zitronensaft, 125 g Zucker und das Mark einer Vanilleschote. Zuerst zerkrümelt man die Kekse und vermischt sie mit der geschmolzenen Butter. Die Masse wird in eine runde Springform gefüllt, gleichmäßig verteilt und festgedrückt. Anschließend wird die Sahne steif geschlagen, die Gelatineblätter eingeweicht und ausgedrückt. Dann wird die Gelantine in erwärmter Milch aufgelöst. Die Gundermannblätter werden klein gehackt und mit Joghurt, Frischkäse, Zitronensaft, Zucker, Vanille und der Gelatine-Milch vermengt. Als letztes wird die Sahne untergehoben und alles auf dem Keksboden verteilt. Nun muss die Torte mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank, bis sie schnittfest ist. Zum Abschluss dekoriert man die Torte mit den Gundermannblüten. Guten Appetit!


9. Mai: Gestern war ein optimaler Waldbadetag: Aufgrund der Wärme war die Waldluft angefüllt mit Terpenen, die nachweislich das Immunsystem aktivieren und sich insgesamt wohltuend auf uns auswirken. Ich bin von Rödinghausen Richtung Grüner See gegangen. Der See liegt knapp hinter der Landesgrenze zu Niedersachsen auf dem Gebiet der Stadt Melle-Buer. Gespeist wird der See von Grundwasser und einem Bach, der sich über einen kleinen Wasserfall ergießt. Das Seewasser ist an den Rändern so klar, dass ich eine Köcherfliegenlarve entdeckt habe. Die Larven der Fliege leben im Wasser und bauen sich einen Köcher aus Ästchen oder Steinchen, mit dem sie ihren weichen Hinterleib schützen. Vorne (s. Pfeil auf dem Foto) schaut nur der Kopf und die Vorderbeine heraus. Köcherfliegenlarven kommen überwiegend nur in Gewässern mit sehr guter Wasserqualität vor.

Auf eine weitere Kuriosität aus dem Tierreich wäre ich beinahe draufgetreten: Ein Buchenblatt, das zu einem tüten- oder zigarrenartigen Trichter zusammengerollt wurde. Ich vermute, dass es sich dabei um die Brutfürsorge eines Rüsselkäfers handelt, der zu den Blattwicklern zählt, auch Blattroller, Zigarrenwickler oder Tütenroller genannt. Das Käfer-Weibchen rollt ein Blatt zu einem Wickel zusammen und legt ein oder mehrere Eier hinein. Dieser Wickel schützt anfangs das Gelege, danach auch die Larven, die sich vom Gewebe des Blatts ernähren. Fällt der Blattwickel auf den Boden, verkriechen sich die Laven in den Boden, wo sie sich verpuppen. Die Käfer schlüpfen im Herbst und überwintern.

Außerdem bin ich unterwegs wieder auf Borkenkäfer-Fallen gestoßen, diesmal in Form einer Dreibeinkonstruktion mit Netzüberzug, der mit Insektiziden behandelt wird. Also besser nicht berühren! Auf der Oberfläche krabbelten viele kleine Borkenkäfer.


8. Mai: Gerade konnte ich zwei kleine Heckenbraunellen beobachten, die von einem Altvogel gefüttert wurden. 🙂 Die Kinderstuben füllen sich. Nicht so auffällig, aber doch interessant, sind die verschiedenartigen Gallen, die man nun entdecken kann. Gestern ist mir eine Eichenschwamm-Galle aufgefallen. Verursacher ist ein kleines Insekt, die Eichenschwamm-Gallwespe. Bereits im Winter schlüpfen die flügellosen Weibchen aus dem Erdboden und kriechen am Baum hoch, um (unbefruchtete) Eier in den Knospen abzulegen. Die Eiche reagiert auf das Eindringen dieses „Fremd-Erregers“ mit Zellwachstum: Es bildet sich eine große, kartoffelähnliche, aus mehreren Kammern bestehende Galle. Darin entwickeln sich die Larven, ausgestattet mit ausreichend Nahrung und geschützt vor Feinden. Im Sommer schlüpft dann die geflügelte, geschlechtliche Generation. Nachdem die Männchen die Weibchen befruchtet haben, ziehen diese sich wieder in den Erdboden zurück, um dort Eier zu legen. Der Lebenszyklus beginnt von vorne.


7. Mai: Wer nun im Wald spazieren geht, der sieht abgestorbene Bäume, Kahlschläge und Holzpolter. Viele, durch Trockenheit vorgeschädigte bzw. geschwächte Nadelhölzer, sind „leichte Beute“ für den Großen Waldgärtner, den Kupferstecher oder den Buchdrucker. Sie gehören zu den Borkenkäferarten und damit zu den „Forstschädlingen“. Die Larven der Käfer fressen den saftführenden Bast zwischen Borke und Holz und schädigen damit den Baum. Jede Art hinterlässt ein charakteristisches Fraßbild. Treten die Käfer massenhaft auf, können sie ganze Waldflächen, auch gesunde Bäume, zum Absterben bringen. Mit Pheromonfallen (Duftlockstoffe) wird versucht, die Vermehrung und Ausbreitung der Käfer einzudämmen.


6. Mai: Schmetterlinge sind neben den Bienen wichtige Bestäuber und sagen mit ihrem Vorkommen bzw. ihrer Abwesenheit etwas über die Artenvielfalt und den Zustand von Ökosystemen aus. Wer Schmetterlinge fördern möchte, sollte für die richtigen Futterpflanzen sorgen. Auf der Seite des Bundesamtes für Naturschutz (floraweb.de/pflanzenarten/sonderthemen_schmetterlinge.html) findet man eine „Hitliste der Schmetterlingspflanzen“. In meiner Wiese wachsen bereits einige Arten, die Nektar für Falter und/oder Futter für Raupen bieten. Ich arbeitet daran, dass es mehr werden. 🙂 Die Zahl in Klammern gibt Auskunft darüber, wieviele Schmetterlingsarten sich von der Pflanze ernähren.


5. Mai: Mein Bewegungsprogramm hat mich gestern nach Rödinghausen-Schwenningdorf gebracht, ins Naturschutzgebiet „Wehmerhorster Wiesental“. Das Wiesental (Siek) mit Feuchtwiesen grenzt an einen naturnahen Laubwald mit mehreren Quellen. Sie speisen mit ihrem Wasser den Wehmerhorster Bach, der durch das Tal fließt. Im Wald, insbesondere auf Waldschlägen, macht sich nun der Adlerfarn breit. Seine Wedel können bis zu zwei Meter lang werden. Wenn man den Blattstiel unten abschneidet, erkennt man auf dem Querschnitt die Figur eines Doppeladlers (gebildet durch die schwärzlichen Leitbündel). Ich habe das noch nie ausprobiert und kann es somit nicht bestätigen. Das Waldbrettspiel ist eine Schatten liebende Art, die in lichten Wäldern und an Waldrändern vorkommt. Der Falter ist mit seiner braunen Tarnfärbung schwer zu finden, wenn er am Boden auf trockenem Laub sitzt. Oft sucht er aber sonnige Flecken auf, um sich zu wärmen. Dann erkennt man auch die schwarzweißen Augenflecken auf den Flügeln, mit denen er Fressfeinde irritiert und abschreckt.


4. Mai: An dieser Stelle möchte ich dem Löwenzahn mein Lob aussprechen. Wer die Pflanze als „Unkraut“ abtut, hat noch nicht erkannt, was alles in ihr steckt. Der lateinische Name Taraxacum officinale deutet bereits darauf hin, dass es sich um eine Offizinalpflanze, also eine Arzneipflanze handelt: Löwenzahn enthält Bitterstoffe, die Verdauungs- und Gallestörungen lindern. Sein hoher Kaliumgehalt fördert die Harnausscheidung und damit die Entgiftung des Körpers. Therapeutischen Nutzen hat die Pflanze auch bei Hauterkrankungen. Die jungen Blätter sind leicht bitter und geben dem Salat eine aromatische Note.

Auch die Blüten lassen sich verwerten, z. B. für ein Löwenzahn-Gelee: Man braucht dafür 1 Messbecher Blüten (1 l), 0,75 l Apfelsaft, Saft 1 Zitrone, 1 kg Gelierzucker 1:1. Die Blüten mit Wasser bedecken und aufkochen: Etwa eine halbe Minute köcheln lassen, bis etwa die Hälfte des Wassers verdunstet ist. Anschließend auf 0,75 l mit Saft auffüllen, Zitronensaft und Zucker zugeben. Unter Rühren aufkochen und heiß in Gläser füllen und dicht verschließen.

Die Blüte des Löwenzahns ist im Frühjahr eine wichtige Nektarquelle für Bienen und Hummeln. 37 Schmetterlingsarten sind entweder als Raupe oder als erwachsenes Tier auf diese Futterpflanze angewiesen. Auch für Käfer und deren Larven hat der Löwenzahn einen Nahrungswert.

 „Armer gelber Löwenzahn,
wirst als Unkraut abgetan.
Wärst du rar wie Orchideen,
jeder fänd` dich wunderschön.“
(Wiltrud Eberhardt)

3. Mai: Zum Wonnemonat Mai (Monat der Liebe und der Blüte) gehören die Maiglöckchen und die Maikäfer. Maiglöckchen blühen oft schon im April, laut altem Volksglauben ein schlechtes Vorzeichen. Die Pflanze ist eine uralte Arzneipflanze mit herzwirksamen Stoffen. Aufgrund der sehr starken Giftigkeit sollte man sich das Blümchen lieber nur anschauen. Falls man doch ein Muttertagssträußchen mit Maiglöckchen ersteht, sollte man wissen, dass die Gifte wasserlöslich sind und auch in das Blumenwasser der Vasen übergehen. Also bitte Vorsicht in Familien mit kleinen Kindern!

Wenn Bodentemperatur und Witterung stimmen, dann sind im Frühling plötzlich die Maikäfer da. Sie überwintern im Boden und schwärmen wie auf ein geheimes Kommando fast gleichzeitig aus. Die Käfer sammeln sich auf Laubbäumen, wo sie die jungen Blätter fressen. In den sogenannten „Maikäferjahren“ haben die Tiere früher ganze Wälder und Obstplantagen entlaubt. Die Entwicklung der Engerlinge, die sich von Wurzeln ernähren, dauert drei bis vier Jahre. Dementsprechend kann es in diesem Zyklus zu einem Massenauftreten kommen. Inzwischen ist die Art jedoch in vielen Gegenden selten geworden.


2. Mai: Rehe und Eichhörnchen gehören zu den regelmäßig vorbeikommenden Gästen in meinem Garten. Während die Eichhörnchen mir die Ernte von Wal- und Haselnüssen abnehmen, fressen die Rehe fast alles, was frisch grün austreibt oder demnächst blühen möchte. Ich nehme das in Kauf. Zum einen möchte ich keine für Tiere unüberwindlichen Barrieren errichten, zum anderen freue ich mich, wenn ich „wilde“ Tiere aus nächster Nähe beobachten kann. 🙂 Nicht so schön ist es allerdings, wenn der Rehbock die vertrocknete Basthaut von seinem Geweih an meinen Sträuchern abstreift („fegt“). Meist ist damit auch die Rinde weg und die Äste sterben ab.


1. Mai: In der Nacht vom 30. April zum 1. Mai feierten Kelten und Germanen den Beginn des ersehnten Sommers, der hellen Jahreszeit. Mit einem rauschenden Fest der puren Lebensfreude wurde den Segen spendenden Naturgeistern und Göttern gehuldigt, die durch Wald und Feld streiften. Mit dem Christentum wurden aus den wohlwollenden Geistern Hexen und Dämonen, die in der Walpurgisnacht auf Bergen, z. B. auf dem Brocken (Blocksberg) im Harz, ihr Unwesen trieben.

Ein traditioneller Frühlingsbrauch ist das Aufstellen eines Maibaums. Verwendet wurden/ werden vor allem Birken oder Fichten, die beide als Schutzbäume galten. Beide Arten werden mit dem Beginn neuen Lebens und der Wende von der Dunkelheit zum Licht in Verbindung gebracht. Der Stamm des Maibaums wird von der Rinde befreit, nur die Kronenspitze wird grün belassen. Sie durchstößt einen mit bunten Bändern geschmückten Blumenkranz – ein Symbol für Fruchtbarkeit.


30. April: Christoph Biemann, Moderator der „Sendung mit der Maus“, hat in einem Interview über Naturbildung gesagt: „Natur ist etwas, das schön ist, das spannend ist, bei dem es sich lohnt, genauer hinzugucken, mehr zu erfahren.“ Damit spricht er mir aus der Seele. Je mehr man über einzelne Tier- und Pflanzenarten weiß, desto interessanter werden sie.

Die Raupe des Federfühler-Herbstspanners (Colotois pennaria) ist schwer zu entdecken. Sie sitzt auf ihrer Futterpflanze (Buche, Eiche, andere Laubbäume) und ist gut getarnt, da sie einem Ästchen ähnelt. Spannerraupen bewegen sich durch abwechselndes Zusammenziehen und Strecken ihres Körpers fort. Dabei wird der beinlose Teil des Körpers in einer Schleife nach oben gebogen. – Spanner zählen zu den Nachtfaltern. In der Ruhelage breiten sie ihre Flügel flach nach der Seite aus und „verschmelzen“ aufgrund ihrer Flügelzeichnung mit dem Untergrund.

Das Gehäuse der Weinbergschnecke ist grau bis braun. Ältere Schnecken – sie können bis zu zehn Jahre alt werden – haben oft ein fast weißes Haus, da die Farbe mit der Zeit abblättert. Die Tiere haben zwei Paar Fühler: Das kleine Paar dient ihnen zum Ertasten der Umgebung, das größere trägt die Augen. In sehr trockenen Sommern und im Herbst verschließt die Schnecke ihr Haus mit einem Kalkdeckel. Damit ist sie vor dem Austrocknen geschützt bzw. kann den Winter eingegraben im Boden überstehen. Schnecken sind Zwitter, d.h. jedes Tier ist Männchen und Weibchen zugleich. Dennoch sind es immer zwei Tiere die sich wechselseitig befruchten.


29. April: Am gestrigen Vormittag bin ich auf dem Wald-Abenteuer-Pfad am Jakobsberg in Porta Westfalica gewesen. Geimeinsam mit einer Kollegin habe ich im Auftrag des Vereins Naturschutz und Heimatpflege Porta den Weg mit insgesamt elf Stationen entwickelt. Vom Fernsehturm geht es über den Kammweg bis zur Porta-Kanzel, von wo man einen herrlichen Blick auf die Weser und das Kaiser-Wilhelm-Denkmal hat. Über den Schwollmannsweg geht es an einem Steinbruch vorbei und zurück zum Ausgangspunkt. Familien und Schulklassen können sich einen Rucksack mit Forschermaterial und eine Begleitbroschüre ausleihen. Momentan ist das Corona-bedingt leider nicht möglich.


28. April: Manchmal ist ein Detail schöner, als der Blick auf das Ganze. Zumindest hatte ich gestern diesen Eindruck, als ich vom Wanderparkplatz Schwarzer Brink am Wiehenturm (in Pr. Oldendorf) in Richtung Hartmannhütte und dann an den Fliegerquellen vorbei ging.


27. April: Wer sich an einem sonnigen Nachmittag draußen aufhält und die Ohren spitzt, hört das Summen und Brummen der Insekten. Man braucht auch gar nicht lange zu warten, um ein Tierchen zu Gesicht zu bekommen. Mir sind gestern diese „Brummer“ und „Krabbler“ begegnet:

Die Märzfliege ist eigentlich eine (Haar-)Mücke. Man sieht die schwarzen, stark behaarten Tierchen zwischen März und Mai überall dort, wo Gras wächst. Im Flug lassen die Männchen für Mücken typisch die Beine hängen. Erwachsene Märzfliegen zählen zu den Nützlingen, da sie Nektar trinken und dabei Pflanzen bestäuben, sich aber auch von Pflanzenresten, z.B. Falllaub ernähren und zum Stoffkreislauf beitragen.

Der zu den Langhornmotten zählende Gelbe Langfühler lebt an Waldrändern, Lichtungen und Hochstaudenfluren. Die Fühler der Männchen sind dreimal so lang wie ihr Körper; die Fühler des Weibchens erreichen etwa die doppelte Körperlänge. Der tagaktive Falter fliegt von April bis Juli. Die Raupen dieser Art leben auf dem Erdboden in einem aus Blattstücken und Gespinstfäden gefertigten Sack. Sie ernähren sich von abgestorbenen Blättern der Buche, Eiche oder anderen Laubgehölzen.


26. April: Nicht nur der Aronstab blüht gerade in meinem Garten, sondern auch mehrere Sträucher: Der Wollige Schneeball wird von 17 Insekten-, 15 Vogel- und 6 Säugetierarten besucht. Die Beeren verfärben sich von rot zu glänzend schwarz und sind ungenießbar. Die elastischen bruchfesten Zweige wurden früher zu Pfeilen verarbeitet. Bereits die Gletschermumie „Ötzi“ trug 14 Stück bei sich.

Die Blüten der Gewöhnlichen Traubenkirsche verströmen einen intensiven Duft, der an Bittermandel erinnert. Bienen, Hummeln und andere Insekten fliegen auf den Nektar, die Blätter werden von einigen Schmetterlingsraupen gefressen. Die schwarzen Früchte locken wiederum viele Vogelarten (24) und Säuger (16) an.

Die Gewöhnliche oder Rote Heckenkirsche blüht nicht besonders auffällig, aber üppig und bietet Nahrung für 22 Schmetterlingsarten (u. a. Kleiner Eisvogel, Hummelschwärmer) und 11 Blattwespenarten. Die roten Beeren sind für Menschen schwach giftig, werden aber von Vögeln gerne gefressen.

Die Angaben über die Anzahl der Tierarten habe ich dem Buch von Rudi Beiser entnommen: Geheimnisse der Hecken – Heilkraft, Mythen und Kulturgeschichte unserer Sträucher. Verlag Eugen Ulmer (2019)


25. April: Da ich am Waldrand wohne übersiedeln viele Pflanzenarten von dort auch in meinen Garten, z. B. der Aronstab. Die Pflanze ist sehr trickreich in Sachen Bestäubung: An kühlen Aprilabenden produziert der Blütenkolben Wärme. Das führt dazu, dass sich der Blütenduft – es ist eher ein widerlicher Geruch – gut verbreitet. Die Schmetterlingsmücken werden davon magisch angezogen und rutschen, sobald sie auf dem öligen weißen Hüllblatt landen, in den verdickten Teil des Kolbens, den Kessel. Dort befinden sich die Blüten der Pflanze und ihr Nektar. Da der Rückweg für die Mücke durch Härchen versperrt ist, bleibt das Tier über Nacht gefangen. Dabei trägt es den mitgebrachten Pollen auf die weiblichen Narbenbüschel – die Pflanze ist bestäubt. Erst später in der Nacht produzieren die männlichen Blüten im Kessel Blütenstaub, der von der Mücke aufgenommen wird. Am nächsten Morgen kühlt der Kolben ab, die Härchen, die zuvor den Weg in die Freiheit versperrt haben, welken und auch die Öltröpfchen auf dem Hüllblatt sind verschwunden. Die Mücke kann entkommen und landet am Abend vermutlich wieder in so einer Kesselfalle. Ein perfekt ausgeklügeltes System für eine Fremdbestäubung.


24. April: Mein gestriger Ausflug ins Grüne hat mich nach Spenge geführt, ins Hücker Moor. Der Hücker-Moor-See ist durch Abtorfung entstanden. Wenn man aus der Ferne auf den See blickt, erkennt man, dass das Gewässer in einer Geländesenke liegt, die eiszeitlichen Ursprungs ist. Nach und nach hat sich ein nährstoffreiches Niedermoor entwickelt, das, im Gegensatz zum Hochmoor, von Grundwasser gespeist wird. Der See und die umliegenden Feuchtwiesen, Röhrichte und Hochstaudenflächen sind u.a. für viele Vogelarten als Brut- und Nahrungsraum von Bedeutung. Allerdings wird insbesondere der See auch von anderen Nutzergruppen beansprucht, z. B. vom Angelverein und Süßwassermatrosen, die hier eine Runde mit dem Ruderboot drehen können (in Nicht-Corona-Zeiten). Ein schwieriger Spagat, der hoffentlich für alle Seiten zufriedenstellend möglich ist.

Nicht weit vom See entfernt findet man am Rande eines kleinen Wäldchens einen Gedenkstein für Franziska Spiegel. Sie wurde am 04.11.1944 am Hückerholz von SS-Leuten ermordet.


23. April: Wenn man vom Mittellandkanal Richtung Ellerburg (in der Ortschaft Fiestel) geht, kommt man durch das Naturschutzgebiet Ellerburger Wiesen. Die meist feuchten Wiesen sind eingerahmt von Hecken, Baumreihen und Auwäldchen. Das Nebeneinander von Grünland und Gehölzen macht das Gebiet für Flora und Fauna wertvoll und für Spaziergänger sehr abwechslungsreich. Hier habe ich gestern einem brütenden Storch, Nil- und Graugänse gesehen und den Kuckuck schreien hören.

Auffällig sind die vielen grünen kugeligen Misteln in den Bäumen. Misteln zählen zu den Halbparasiten. Sie zapfen mit ihren Wurzeln die Leitungsbahnen der Wirtsbäume an und entziehen ihnen Wasser und darin gelöste Nährstoffe. Mit ihren grünen Blättern sind sie allerdings auch in der Lage, selbt Fotosynthese zu betreiben. Ein Mistelbusch schadet den Wirt kaum. Mehrere können den Baum allerdings im Wachstum beeinträchtigen und führen, aufgrund ihres Gewichts, oft zu Astbruch.

Entlang der Großen Aue wachsen Erlen oder Ellern, die der Ellerburg ihren Namen gegeben haben. Von der ehemaligen Wasserburg sind nur noch die Grundmauern erhalten. Allerdings soll das Gelände wieder aufgewertet und zugänglich gemacht werden. Viele sehr alte Bäume, Reste eines Parks, sind als Baumlehrpfad mit Schildern versehen.


22. April: Fast auf den Tag genau vor einem Jahr war ich im Rhododendron-Park Bremen. Hier wird die zweitgrößte Rhododendron-Sammlungen der Welt gepflegt. Zufällig habe ich eine Sorte mit meinem Vornamen entdeckt. Eine Züchtung von T.J. Rudolf Seidel aus dem Jahr 1884. Ich habe den Namen recherchiert und herausgefunden, dass die sächsische Familie Seidel seit über 250 Jahren im Gartenbau tätig ist und sich auf die Kultur von Rhododendron spezialisiert hat. Eine beeindruckende Geschichte, die mit Johann Heinrich Seidel begann, der u. a. königlicher Hofgärtner und freundschaftlich mit Goethe verbunden war.

Rhododendron, die gerade auch in meinem Garten anfangen zu blühen, sind aus ökologischer Sicht nicht die erste Wahl. Zwar ziehen die Blüten nektarsuchende Insekten an, ansonsten bieten die Pflanzen aber keinerlei Nahrung. Auch fühlen sich diese Moorbeetpflanzen im kalkreichen Gartenboden nicht besonders wohl. Da ich aus Gründen des Arten- und Klimaschutzes auf jegliche Nutzung von Torf verzichte, müssen die Pflanzen so klarkommen. Langfristig möchte ich sie durch heimische Gehölze ersetzen. Solange sie aber da sind, erfreue ich mich an der üppigen Blütenfülle.


21. April: Wie schön es ist, direkt am Wiehengebirge zu wohnen: Es gibt so viele Wege, dass man immer einen findet, den man noch nicht kennt. 🙂 Außerdem wird die Wegekennzeichnung immer besser, so dass man sich auch ohne Karte gut orientieren kann. Gestern bin ich von Glösinghausen quer durch den Berg zur Südseite des Wiehengebirges nach Bieren spaziert. Vom Waldrandweg hat man einen schönen Blick auf die Landschaft. Am Rilke-Gedenkstein und der Neuen Mühle vorbei bin ich auf einem Rundweg nach zwei Stunden wieder in Glösinghausen angekommen.


20. April: Während einige Rotbuchen noch im Knopsenstadium sind, blühen andere Bäume schon. Insgesamt wird es nun täglich immer etwas grüner. Buchenwälder sind im Vergleich mit Wäldern anderer Baumarten relativ arm an Kräutern. Im Frühling jedoch, also in der Zeit bis zur vollen Blattentfaltung der Buchen, blühen am Waldboden Buschwindröschen, Veilchen, Primeln, Lungenkraut, Lerchensporn, Bärlauch und andere Arten. Sie nutzen das Licht für ihren Vegetationszyklus und verschwinden nach wenigen Wochen sobald das Kronenlaub den Boden fast vollständig beschattet.

Den Römern waren die düsteren und kühlen Buchenwälder der Germanen ein Graus. Sie waren lichtdurchflutete Eichenwälder gewöhnt. Viktor von Scheffel konnte den „Heiligen Hallen“ mehr abgewinnen:

 „Sehet die Halle, wie stolz sie sich hebt,
Stolz zu der Bläue des Himmels aufstrebt;
Riesige Buchen mit Tannen gepaart,
Stehen als Säulen der edelsten Art,
Und als ein Kuppeldach luftig und weit,
Wölbt sich der Wipfel laubgrünendes Kleid.
Ehre und Preis sei dem Bauherrn der Welt,
Der sich als Tempel den Wald hat bestellt.“

Der Hallencharakter geht von den langen, glatten und astfreien Stämmen der Buchen mit hoch ansetzenden Baumkronen aus. Mit ein bisschen Fantasie erinnern sie an die Säulen einer mittelalterlichen Kathedrale, insbesondere dann, wenn Sonnenstrahlen durch das Blätterdach dringen und für eine erhabene Stimmung sorgen.


19. April: Mein Spaziergang am Südrand des Wiehengebirges hat mich gestern durch Laub- und Nadelwald geführt und mir schöne Ausblicke in die Landschaft geboten. Die vielen Sinneseindrücke regen das Gehirn an, ohne es anzustrengen – es kann sich optimal erholen. Die ätherischen Öle der Bäume, die wir mit der Waldluft aufnehmen, beeinflussen unsere Stimmungslage positiv und haben noch andere gesundheitsfördernde Wirkungen. Gerade jetzt gibt es nichts besseres als ein Waldspaziergang, um Körper, Geist und Seele im Gleichgewicht zu halten!


18. April: Heute morgen habe ich zum letzten Mal Bärlauch gepflückt. Wenn die Pflanzen blühen, sollte man nicht mehr ernten. Das liegt in erster Linie daran, dass das Aroma der Blätter verloren geht und die Blätter auch etwas „zäher“ werden. Selbstverständlich kann man weiterhin einzelne Blätter und auch Blüten pflücken. Allerdings sollte man sich dabei etwas zurückhalten, da die Pflanze ihre gesamte Kraft nun in die Samenentwicklung steckt. Und wenn wir auch im nächsten Frühjahr wieder reichlich ernten möchten, sollten wir den Beständen nun Ruhe gönnen.

Beim Pflücken des Bärlauchs ist mir ein Gierschblatt ins Blickfeld gerutscht mit Wassertröpfchen an den Blatträndern. Wir kennen dieses Phänomen auch von anderen Pflanzen, z. B. dem Frauenmantel. Bei hoher Luftfeuchtigkeit findet keine Verdunstung mehr statt, und die Pflanzen geben aktiv Wasser in Tropfenform ab, um den Transport von Nährstoffen zu gewährleisten (Guttation). Dies soll außerdem ein Zeichen für nahenden Regen sein.

Regen wäre schön, denn es ist schon wieder viel zu trocken, und die Waldbrandgefahr steigt. Meteorologen sind noch vorsichtig mit einer Prognose für den Sommer. Naturbeobachter kennen vielleicht diese alte Erfahrungsregel:

Grünt die Eiche vor der Esche, bringt der Sommer große Wäsche;

Grünt die Esche vor der Eiche, bringt der Sommer große Bleiche!

Vorgestern habe ich zwei Bäume nebeneinander stehen sehen und ein Foto gemacht: Die Eiche ist der Esche voraus. Die Esche blüht zwar, von Grün ist aber noch rein gar nichts zu sehen. Dies würde einen Sommer mit viel Regen (große Wäsche), statt großer Bleiche bedeuten (anhaltender Sonnenschein, der früher zum Bleichen der Wäsche genutzt wurde). Warten wir es ab!


17. April: Die Kitas und Schulen bleiben bis Mai zu. Meine geplanten Veranstaltungen nach den Osterferien fallen also aus. Nun gut, falls irgendjemand mal Lust auf sägen, hämmern, bohren, feilen, schnitzen und Schiffchen bauen hat, dann bringe ich Werkzeug für Kinderhände und Material (Holz, Nägel usw.) mit. Gleiches gilt für meine Filz-Werkstatt: Kinder im Vorschulalter bekommen einen Filzball mit eingebautem Glöckchen sehr gut alleine hin, die Älteren können Filzperlen zum Auffädeln, kleine Bilder, Zopf- oder Armbänder oder Blumen herstellen.

In der Natur ist zum Glück mehr los als in meinem Berufsleben. Wo man nur hinschaut blüht es: Der Waldmeister kann jetzt geerntet werden, z. B. für eine Waldmeisterbowle. Allerdings sollte man nur kleine Mengen nutzen, da die Pflanze schwach giftig ist und ein Zuviel des Krautes zu heftigem Kopfweh führt. Hier ein Rezept für 3 l Bowle:

1 Bund Waldmeister (nicht blühend!), 2 Flaschen fruchtig-milder Weißwein, 1 Flasche Sekt, Zucker nach Geschmack, 2 Handvoll kleine Blüten (z. B. Gänseblümchen, Gundermann, Salbei, Taubnessel)

Den Waldmeister waschen und zur Geschmacksintensivierung anwelken lassen, dann in den Wein geben und kühl stellen. Den Waldmeister nach 1 – 2 Stunden aus dem Wein entfernen, und den Wein mit kaltem Sekt aufgießen. Nach Belieben nachsüßen und die frischen Blüten hineingeben.


16. April: Gestern war ich mal wieder im Wald in Pr. Oldendorf unterwegs. Wie überall im Wiehengebirge gibt es auch hier viele Quellbäche, in denen sich unter anderem Feuersalamander entwickeln. Auf dem feuchten, humosen Boden im Umfeld von Quellen und Bächen findet man Pflanzen wie das Milzkraut, die Einbeere, die Knoblauchsrauke oder die Hain-Sternmieren.

Auch die Farne erwachen langsam wieder zum Leben: Die jungen, spiralig aufgerollten Wurmfarnblätter werden wegen ihrer Form auch Bischofsstäbe genannt.

„Baumkrebs“, wie an dieser Buche, wird von Pilzen ausgelöst. Der Pilz greift das Wachstumsgewebe des Baumes an, der daraufhin versucht, diese Stelle mit Wundmaterial zu überwuchern. Der Pilz zerstört die Überwallung, aber auch der Baum probiert es von neuem. So entstehen mit der Zeit dicke Überwallungswülste.


15. April: Heute ist der sogenannte „Kuckuckstag“. Um diese Zeit herum kehrt der Langstreckenzieher aus dem tropischen oder fernen Südafrika zurück. Nach überliefertem (Aber-)Glauben hat man noch so viele Jahre zu leben, wie viele Male der Kuckuck schreit. Und wenn wir den ersten Schrei im Frühling vernehmen, dann sollten wir mit dem Geld in der Tasche klimpern, damit es uns in diesem Jahr nicht ausgeht 🙂

Ich bin gestern im Großen Torfmoor und in den Bastauwiesen unterwegs gewesen, um den Kuckuck schreien zu hören. Es ist übrigens nur das Männchen, das „kuckuck“ ruft, das Weibchen hört sich eher wie ein Grünspecht an.

Einen Kuckuck habe ich zwar nicht gehört, dafür Feldlerchen und Kiebitze, Grau- und Kanadagänse und Schwalben ohne Ende. Zu sehen gab es auch einiges: Leider sind die Fotos nicht so gut, weil ich im Naturschutzgebiet auf den Wegen bleibe und die meisten Tiere sowieso flüchten, wenn man ihnen zu nahe kommt. Ein Highlight waren die jungen Füchse, die sich schnell zurückzogen, als zwei Reiter nahten.


14. April: Ab und zu sieht man nun Vögel mit Nistmaterial im Schnabel. Mir fallen vor allem die Meisen auf. Ich hänge kleine Portionen reiner Schurwolle in die Zweige, die von den Meisen gerne mitgenommen werden. Meisen zählen zu den Höhlenbrütern. Wenn sie keine natürlichen Nistplätze finden, wie beispielsweise alte Bäume mit ausgefaulten Astlöchern, dann beziehen sie gerne Nistkästen. Sowohl Kohl- als auch Blaumeisen nehmen Moos als Grundbaustoff für ihre Nester. Mit Haaren und Federn polstern sie die Nistmulde dann aus.

Das Rotkehlchen ist ein Bodenbrüter. Es versteckt sein Nest in dichtem Bewuchs, zwischen Baumwurzeln oder in bodennahen Höhlungen. Dazu verwendet es alte Blätter, Gras und Moos. Ich wüsste gar zu gerne, wo das Rotkehlchenpaar in meinem Garten nistet. Da ich das Brutgeschäft aber nicht stören möchte, mache ich einen großen Bogen um alle Bereiche, die in Frage kommen könnten.

Höhere Stockwerke bevorzugen die Ringeltauben: Sie bauen ein schütteres Nest, das aus locker und unordentlich übereinander gelegten Zweigen besteht. Das Nest in der Blutbuche ist vom letzten Jahr. Anscheinend war der Platz nicht schlecht, denn die Tauben sind wieder da.


13. April: Frohe Ostern! Es gibt ein schönes Gedicht von Eduard Mörike, das gut zu diesen Feiertagen passt:

 Die Gelehrten und die Pfaffen
stritten sich mit viel Geschrei:
Was hat Gott zuerst geschaffen,
wohl die Henne – wohl das Ei?
Wäre das so schwer zu lösen?
Erstlich ward das Ei erdacht,
doch weil noch kein Huhn gewesen,
darum hat`s der Has gebracht.

Gestern habe ich mich noch auf die Lauer gelegt, um ein Foto von einem Aurorafalter zu schießen. Aurorafalter zählen zu den Frühlingsboten, da sie bereits im April erscheinen. Sie gehören zur Familie der Weißlinge. Nur die Männchen haben orangefarbene Bereiche auf der äußeren Hälfte der Vorderflügel. Sie erinnen ein bisschen an die Farbe des Sonnenaufgangs. Daher rührt auch der Name, denn Aurora ist die Göttin der Morgenröte. Die Unterseite der Flügel trägt ein grün gesprenkeltes Muster. Nektarpflanze für die Falter und auch Futterpflanze für die Raupen sind Kreuzblütler wie Raps, Wiesenschaumkraut, Knoblauchsrauke oder auch das Silberblatt. Letzteres bietet auch anderen Schmetterlingen und Bienen Nahrung. Die zweijährige Pflanze sät sich selber aus und wandert munter im Garten umher.


12. April: Ich wünsche ein schönes Osterfest! – Im download-Bereich gibt es ein “tierisches” Ostergedicht.

Frohe Ostern!

Der Beginn der Apfelblüte gilt für Biologen und Klimaforscher als definitives Zeichen für den Einzug des (Voll-)Frühlings in der Natur. Laut Deutschem Wetterdienst lag dieses Ereignis zwischen 1991 und 2010 am 28. April (Durchschnittswert für ganz Deutschland).


11. April: Die Schwarzglänzende Holzameise baut wie Wespen Kartonnester aus zerkautem Holz. Nistplätze werden oft in Hohlräumen an der Stammbasis von (morschen) Bäumen angelegt. Die Art ernährt sich fast ausschließlich vom Honigtau der Blattläuse, der auf dichten und auffälligen Ameisenstraßen zum Nest transportiert wird.

Der Rote Fingerhut ist eine giftige, aber sehr schöne Pflanze, die erst im zweiten Jahr blüht. Die Flecken in der Blüte imitieren Staubbeutel, die insbesondere Hummeln anlocken. Die zahlreichen Samen werden im Herbst vom Wind weitertransportiert. Auf Waldschlägen können sich so große Bestände entwickeln.

Spechte sammeln vor allem im Winter auch Fichtenzapfen. Diese stecken sie dann in eine „Spechtschmiede“. Das bedeutet, dass sie eine tiefe Kerbe in das Holz schlagen und dann die Zapfen hineinklemmen, um besser an die Samen heranzukommen.


10. April: Zahlreiche Sagen erzählen von der magischen Kraft der Schlüsselblume: Mit ihr soll man angeblich Türen zu verborgenen Schätzen öffnen können. Da sowohl die Wald- als auch die Wiesen-Schlüsselblume unter Naturschutz stehen und nicht gepflückt werden dürfen, können wir das heute leider nicht ausprobieren. Einer anderen Legende nach ließ Petrus seine Himmelsschlüssel aus Versehen auf die Erde fallen. An dieser Stelle wuchsen Schlüsselblumen. Bei den Deutschen in Siebenbürgen hieß es, dass unverheiratete Frauen, die in der Karwoche eine Schlüsselblume finden, noch im selben Jahr zum Traualtar schreiten.


09. April: Am Gründonnerstag hat man früher traditionell ein Gründonnerstagsgemüse aus 9 (magische Zahl) regional häufig vorkommenden Frühlingskräutern gegessen. Die Kultspeise sollte die Menschen ein Jahr lang vor Krankheiten aller Art schützen. Tatsächlich strotzen die Kräuter jetzt vor Vitaminen und anderen wertvollen Inhaltstoffen. Wer direkt aus der Natur erntet, sollte sicher sein, was er/sie erntet!


08. April: Gestern Nachmittag habe ich einen Ausflug nach Glösinghausen gemacht. Der Rundweg 4 ist in einer guten Stunde zu schaffen und mein absoluter Favorit für eine kommende Waldbaden-Veranstaltung: Veilchen-Blau und Lärchen-Grün säumen den Weg und auch sonst bekommt man einiges zu sehen.


07. April: Mein Black Turtle-Paket ist angekommen! – Black Turtle ist ein Projekt von Ackerdemia e.V. bei dem es um den Erhalt der Gemüsevielfalt und insbesondere der alten Sorten geht. In der ersten Lieferung sind auch vier Saatkartoffeln enthalten, u.a. die rotschalige „Rosara“ und der „Blaue Schwede“, eine dunkelblaue Kartoffel, die wunderbar „kartoffelig“ schmeckt. Gespannt bin ich auf den Palmkohl und das asiatische Gewürzkraut Shiso.

Als „Gemüseanbau-Anfänger“ wird man sehr ausführlich und regelmäßig per mail mit Pflanz-, Ernte- und Pflegehinweisen unterstützt. Toll finde ich auch, dass Balkon-Gärtner mitmachen können. Man braucht also keinen Garten, nur ein paar Kästen und Eimer und dann kann es losgehen!


06. April: Heute morgen um 6.30 Uhr habe ich noch kurz den Mond gesehen, bevor er dann im Westen untergegangen ist. Das Foto ist nicht so schön geworden, aber man kann erkennen, dass der Mond fast voll ist. In zwei Tagen ist Vollmond 🙂

Und dann kommt hier mein Lieblings-Weizenvollkorn-Brötchen-Rezept: Einfach, schnell und lecker, vorausgesetzt man hat Hefe. Mir geht sie nun aus…

Zutaten: 500 g Weizenvollkornmehl, 30 g Hefe (oder 1 Päckchen Trockenhefe), etwas Salz, gemahlener Kümmel oder Coriander (nach Geschmack), 350 ml Wasser

Mehl, Hefe und Salz mischen und mit 350 ml Wasser verrühren und dann ordentlich verkneten. Je länger man durchhält, desto lockerer werden die Brötchen. Anschließend den Teig 20 Minuten gehen lassen. Nach der Teigruhe den Teig nochmals kräftig durchkneten, eine Rolle formen und davon ca. 16 – 20 etwa gleich große Teigstücke abschneiden. Aus den Stücken runde Brötchen formen, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und mit einem scharfen Messer kreuzweise einschneiden. Wer mag, kann die Brötchen mit Wasser bestreichen und die Oberfläche mit Sesam, Kümmel oder anderen Samen bestreuen. Die Brötchen müssen nun noch mal 20 Minuten gehen. Dann werden sie bei 200 Grad etwa 15 – 20 Minuten gebacken. Ich stelle auch immer eine Schüssel mit Wasser in den Ofen, damit die Brötchen nicht zu sehr austrocknen.


05. April: Die Sonne lockt nicht nur Blüten, sondern auch viele Insekten hervor: Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist unser häufigster Marienkäfer. Er hat sieben schwarze Punkte auf den Flügeldecken, drei auf jeder Seite und einen auf der Flügeldeckennaht. Die Ecken des Halsschilds sind hell. Der Käfer und seine Larven sind eifrige Blattlausvertilger.

Der Woll- oder Hummelschweber gehört zu den Fliegen, zu erkennen an dem einzelnen Flügelpaar. Mit seinem rüsselartigen Mundwerkzeug saugt er im Schwebflug den Nektar aus Blüten.


04. April: Wer sich mit Vogelstimmen auskennt kann nun anhand des Reviergesangs feststellen, welche Arten im eigenen Garten mit dem Brutgeschäft beginnen. Bei mir ist u.a. das perlende Flöten des Rotkehlchens und auch der schmetternde Gesang des Zaunkönigs zu hören. Beide Arten sind auch gut an der Silhouette, also an Körperproportionen, Gefiederstellung und Haltung zu erkennen.


03. April: Gestern war ich beim Grau, heute wende ich mich wieder den “richtigen” Farben zu. Am liebsten mag ich das Grün: Grün ist die Farbe der Natur, des wiederkehrenden Lebens, der Hoffnung und der Harmonie. Die “Grünkraft” lässt sich nun nicht mehr aufhalten…


02. April: „Mmmh, grauer Himmel heute!“ – Das dachte ich morgens beim Blick aus dem Fenster: Eine dicke Wolkenschicht verdeckte das Blau. – „Mmmh, grauer Himmel heute“, das denkt auch Grausteingrau in der Geschichte, die ich im Rahmen meiner „Steinreich“- Veranstaltung erzähle.

Grausteingrau ist ein kleiner schweigsamer Stein, der ein großes Abenteuer erlebt. Steine können sich nämlich verwandeln und sind gar nicht so langweilig, wie man vielleicht denken mag. Auch sind sie von Natur aus keineswegs immer grau. Wer möchte kann mit ein bisschen bunter Farbe Steine verzieren und als Deko-Element im Garten oder auf der Fensterbank platzieren.


01. April: Der Name April leitet sich vom lateinischen „aperire“ = öffnen ab. Knospen und Blüten öffnen sich, die Natur erwacht. Früher wurde der April auch Ostermonat genannt, abgeleitet von Ostara, der germanischen Göttin des aufsteigenden Sonnenlichts oder auch Göttin der Morgenröte. Manchmal nannte man den Monat auch Launing, da sich das Wetter ständig wandelt. Bekannt ist der Spruch: „April, April, der weiß nicht, was er will, mal schaut der Himmel finster drein, dann lacht der liebe Sonnenschein. April, April, der weiß nicht. was er will.“

Kein Aprilscherz: Die erste Keimwurzel der vorgestern gesäten Tomaten ist zu sehen! Der Same war wohl nicht vollständig mit Erde bedeckt.

Voraussetzungen für den Beginn der Keimung sind Wasser, Wärme, Sauerstoff (und manchmal auch Licht). Der Same nimmt das Wasser auf; danach beginnt der Embryo seine Reserven aufzuzehren. Die Wurzel durchbricht die Samenschale und wächst nach unten. In ein paar Tagen sind dann die Keimblätter zu sehen.


31. März: Bald ist Ostern! Für alle, die es nicht abwarten können, gibt es im download-Bereich eine Rallye mit Fragen rund um Ostern und unsere Osterbräuche. Dem Einen oder der Anderen dürfte sie bekannt vorkommen, da ich sie ursprünglich für das NABU Besucherzentrum Moorhus entwickelt habe. Viel Spaß beim Rätseln!


30. März: Heute morgen noch Schneegestöber, nun regnet es. Da es draußen etwas ungemütlich ist, komme ich jetzt dazu, meine Lieblingstomaten auszusäen. Wenn alles gut läuft, dann kommen die Pflanzen Mitte Mai nach draußen.


29. März: Heute beginnt die Sommerzeit, und draußen schneit es. Wenn man sich die Wolken wegdenken würde, dann wäre der Himmel blau 🙂

Die Farbe Blau wird mit vielen positiven Eigenschaften assoziiert, wie z. B. Frieden, Freundschaft, Heiterkeit und Gelassenheit. Als Farbe des Himmels steht Blau auch für Ewigkeit und Wahrheit. Blau wirkt kühlend, beruhigend und entspannend, strahlt Vertrauen, Sicherheit und Ruhe aus.


28. März: Ich habe heute im Garten gewerkelt und Giersch gejätet, Indianernesseln, Johannis- und Stachelbeeren gepflanzt und mich an den Narzissen erfreut.

Narzissen und Prärielilie (rechts unten) – beide Zwiebelgewächse werden von Wühlmäusen verschmäht!
 Frühlingsglaube (Ludwig Uhland, 1787 – 1862)

Die linden Lüfte sind erwacht,
sie säuseln und wehen Tag und Nacht,
sie schaffen an allen Enden.

O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muss sich alles, alles wenden.

Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
man weiß nicht, was noch werden mag,
das Blühen will nicht enden.

Es blüht das fernste, tiefste Tal:
Nun armes Herz, vergiss der Qual!
Nun muss sich alles, alles wenden.

27. März:

Mögen deine Taschen schwer sein, dein Herz aber sei leicht, und möge das Glück dich verfolgen an jedem Morgen und in der Nacht.

(irischer Segenswunsch)


26. März: Auf dem Weg zum Wartturm bin ich heute an einem Waldtümpel vorbeigekommen. Außerdem habe ich den ersten Waldmeister entdeckt, dem Vogelgesang gelauscht und mein Immunsystem auf Trab gehalten 🙂

Prof. Yoshifumi Miyazaki und Professor Dr. Quing Li haben mit ihren Forschungsgruppen in vielen Studien nachgewiesen, dass mehrstündige Waldausflüge (Waldbaden) Stresshormone reduzieren, sowie Herz, Kreislauf und Immunsystem nachhaltig stärken.


25. März: Ein echter “Schatz” – das Kochbuch von Elizabeth Schuler aus dem Jahr 1948 (26. Auflage)!

Im Vorwort heißt es u.a.: “Jede Kunst, auch die des Kochens, will nicht nur gelernt sein, sie erfordert eigene schöpferische Phantasie und Einfühlungsvermögen. Der Weg vom Kochrezept zur fertigen, geschmackvollen Speise geht über mancherlei Engpässe und Gefahrenzonen. Erst recht in einer Zeit, in der der einstige Überfluß der Welt peinlich rationiert ist.”

Haferflocken für Makronen sind meines Wissens zur Zeit nicht rationiert, trotzdem habe ich sie erst im zweiten Anlauf bekommen.

Zum Ende ihres Vorworts schreibt Frau Schuler: “Man hat in frühen Menschheitstagen Feuer und Herd als heilig betrachtet. Bei allem Fortschritt des Geistes sollen wir auch heute noch Ehrfurcht vor jeder fertigen Spiese haben!”

In diesem Sinne: Guten Appetit!


24. März: Die Wildkräuter wachsen munter und stören sich nicht an irgendwelchen Krisen. Die Große Brennnessel ist ein seit Urzeiten bekanntes Heilkraut. Man kann einen Tee aus den jungen Trieben herstellen mit harntreibender und entzündungshemmender Wirkung. Auch der Weißen Taubnessel werden viele gute Eigenschaften nachgesagt. Man verwendet sie u.a. bei Herpes und allerlei Entzündungen.


23. März: Der Frühling lässt sich nicht aufhalten: Die wärmenden Sonnenstrahlen wecken das Innenleben der Knospen. Manche Arten sind noch etwas zögerlich, wie Buche und Walnuss. Bei anderen, der Gewöhnlichen Traubenkirsche, kann man schon Blütenansätze erkennen. Einige Gehölze schützen ihre ersten Blätter vor kühlen Temperaturen mit einem Überzug aus flaumigen Haaren. Jeden Tag kann man eine Weiterentwicklung, einen Energieschub in der Natur beobachten.


22. März: Selten sind mir beim Spazierengehen im “Hauswald” so viele Leute begegnet. Das ist momentan und vor allem bei dem Wetter wohl das Beste, was man tun kann. Mir sind auch wieder ein paar Pflanzen aufgefallen 🙂


21. März: Bärlauch gibt es jetzt in Hülle und Fülle. Ich habe eigenen im Garten, man kann ihn aber auch frisch aus der Natur ernten. Geringen Mengen für den Eigenbedarf sind erlaubt, aber bitte nicht im Naturschutzgebiet pflücken.

Hier kommt ein tolles Rezept für eine Bärlauchquiche:

Zutaten für den Teig: 250 g Mehl, 1 – 2 EL Wasser, 1 Ei, 125 g Butter

Zutaten für die Füllung: 4 Eier, 250 g Sahne, 100 g geriebener Gouda, 50 g Bärlauch, Salz, Pfeffer

Mit den Zutaten einen Teig anrühren. In einer Kuchenform auslegen. Für die Füllung den Bärlauch waschen und kleinschneiden. Mit Sahne, Eiern und dem Käse vermischen und in die Kuchenform geben. Mit Salz und Pfeffer würzen. Bei 170ºC im Backofen goldgelb backen. Guten Appetit!


20. März: Die Corona-Pandemie erschüttert uns in unseren Grundfesten. Panik hilft uns aber nicht weiter, im Gegenteil: Sorgen und Ängste mehren sich. Der heutige Frühlingsanfang ist eine gute Gelegenheit, um negative Gedanken zu stoppen und Energie zu tanken, auch wenn dies nur kurzzeitig gelingt.

Frühlings Ankunft (Hoffmann von Fallersleben, ca. 1827)
Grüner Schimmer spielet wieder
drüben über Wies` und Feld.
Frohe Hoffnung senkt sich nieder
auf die stumme trübe Welt.

Ja, nach langen Winterleiden
kehrt der Frühling uns zurück,
will die Welt in Freude kleiden,
will uns bringen neues Glück.

Seht, ein Schmetterling als Bote
zieht einher in Frühlingstracht,
meldet uns, dass alles Tote
nun zum Leben auferwacht.

Nur die Veilchen schüchtern wagen
aufzuschau`n zum Sonnenschein;
ist es doch, als ob sie fragen:
„Sollt` es denn schon Frühling sein?“

Seht, wie sich die Lerchen schwingen
in das blaue Himmelszelt!
Wie sie schwirren, wie sie singen
über uns herab ins Feld!

Alles Leid entflieht auf Erden
vor des Frühlings Freud` und Lust –
nun, so soll's auch Frühling werden,
Frühling auch in unsrer Brust!

19. März: In meiner Kreativ-Werkstatt sind heute Dosen-Klang-Klongs und Windspiele aus Toilettenpapier-Rollen (kein Hamsterkauf!) und Krepp-Papier entstanden.


18. März: Heute habe ich mir ein “Bad” im Wald gegönnt. Leider kann ich nur Bilder und keine anderen Sinneseindrücke übermitteln.


17. März: Den zweiten Tag meines “Zwangsurlaubs” habe ich im Garten verbracht. Gleich morgens habe ich den ersten Zilpzalp in diesem Jahr gehört. Und es gab noch mehr zu sehen und zu schnuppern 🙂


16. März: Kitas und Schulen bleiben geschlossen. Für mich bedeutet das viel Zeit, u.a. für einen Ausflug ins Oppenweher Moor.