im Grünen

Wenn ich nach draußen gehe, in den Wald oder den Garten, dann entdecke ich täglich etwas Neues. Weil ich daran viel Freude habe, möchte ich andere daran teilhaben lassen.

Viel Spaß im Grünen!


10. Juni: Beobachtungen im Wald, am Waldrand und im Garten.


05. Juni: Die Gewöhnliche oder Echte Nelkenwurz (Geum urbanum) hat eine lange Geschichte als Zauberkraut: Die Wurzel riecht nach Gewürznelken. Dieser Geruch galt als antidämonisch. In der Johannisnacht wurde der Wurzelstock ausgegraben, dann getrocknet und mit anderen Kräutern zu einem Pulver vermahlen. Dieses Malefiz-Pulver wurde u.a. unter das Kopfkissen gestreut, um nächtliche Geister fernzuhalten. Die Wurzel wurde aber auch als Ersatz für tropische Gewürze verwendet. Das Eugenol, das so intensiv duftet, findet man auch in Basilikum, Loorbeer und Muskat.


02. Juni: Beim Spaziergang an der Großen Aue sind mir heute zig Eintagsfliegen und Prachtlibellen begegnet.

Die Larven der Eintagsfliegen brauchen bis zu zwei Jahre, um sich voll zu entwickeln. Ihre Jugendzeit verbringen sie unter Wasser. Die erwachsenen Tiere leben dann nur wenige Stunden bis Tage, gerade so lange, bis sie sich verpaart und das Weibchen die Eier im Flug an der Wasseroberfläche abgelegt hat.

Auch die Gebänderten Prachtlibellen haben als erwachsene, fliegende Tiere nur eine Lebensdauer von ca. zwei Wochen. Bei schönem Wetter sind sie voll und ganz mit Balz, Paarung und Eiablage beschäftigt. Dabei kann man die Tiere gut beobachten, weil sie eher langsame, gaukelnde Flieger sind.

Die Männchen patrouillieren dicht über der Wasseroberfläche, um ihr Revier gegen Rivalen zu verteidigen. Die Weibchen legen unmittelbar nach der Paarung etwa 300 Eier in Stengel und Blätter verschiedener Wasserpflanzen unter Wasser ab.


01. Juni: Im Garten tobt das wilde Leben: Das Nesthäkchen von Familie Amsel hockt noch zuhause. Die Geschwister sind aber ebenfalls häufig in Nestnähe zu sehen und lassen sich gerne von den Eltern füttern. Es krabbelt und flattert und nicht nur Vögel, sondern auch Spinnen machen Beute.


28. Mai: Wiesen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Rund die Hälfte aller heimischen Pflanzenarten haben ihre Heimat in wiesenähnlichen Lebensräumen. Der Artenreichtum hängt jedoch stark von der Bewirtschaftung ab. In wenig gedüngten, spät geschnittenen Wiesen entwickelt sich eine weitaus höhere Pflanzenvielfalt als in intensiv genutzten Flächen. Zudem verfügen nur Extensivwiesen über ein reichhaltiges Blütenangebot, welches für Schmetterlinge, Schwebfliegen, Hummeln und Wanzen lebenswichtig ist. Wertvoll sind aber auch ungenutzte Wiesenabschnitte. Darin finden beispielsweise Spinnen und Heuschrecken ideale Entwicklungs- und Überwinterungsmöglichkeiten.


27. Mai: Kälte und Regen machen den Insekten gerade das Leben schwer. Froh kann sein, wer ein trockenes Plätzchen findet.


26. Mai: Rehe sind häufig zu Gast in meinem Garten. Zwar fressen sie öfter mal die frischen Triebe von Sträuchern, Bäumen und anderen Pflanzen, aber der Anblick entschädigt für pflanzliche Verluste. Dieses Reh hat einen Liegeplatz gefunden und käut wieder. Ich vermute, dass es sich um ein Schmalreh handelt, also um ein weibliches Tier, das noch nicht trächtig war. Aber wer weiß? Die Rehkitze werden im Mai oder Juni geboren. Vielleicht erlebe ich eine Überraschung.

Die Ringelblume ist eine „Sonnenbraut“: Sie richtet, wie auch die Sonnenblume und das Gänseblümchen, ihre Blütenköpfe nach dem Sonnenlauf. Und wenn es regnet bleiben ihre Knospen geschlossen. Als Gründüngungspflanzen verbessern sie den Boden.


25. Mai: Typisches Schneckenwetter heute! Nacktschnecken tragen bekanntermaßen kein Häuschen auf dem Rücken. Es wird jedoch vermutet, dass auch diese Weichtiere vor vielen Millionen Jahren ein Schneckenhaus besaßen. Diese Vermutung wird damit begründet, dass in dem Mantelschild der heute lebenden Wegschnecken kleine Kalkkörnchen vorgefunden werden.

Auch die Moose freuen sich über die Feuchtigkeit – vermute ich mal 🙂 In Deutschland gibt es über 1.000 verschiedene Arten. Sie können bei Regen das sechs- bis siebenfache ihres Gewichtes an Wasser speichern. Diese Feuchtigkeit geben sie dann langsam wieder an den Boden ab. Eine wichtige Funktion in Wäldern und auch Mooren.


21. Mai: Wieder mal nichts gesucht und doch gefunden: Der cache, ein “Schatz” für Geocacher, war nicht richtig abgedeckt. Ich war neugierig, habe in die Dose reingeschaut und im Anschluss alles wieder an Ort und Stelle gut getarnt. Der nächste Schatzsucher soll nicht gleich mit der Nase drauf stoßen!

Dann habe ich ein paar Fichtentriebe für eine Honig-Essig-Tinktur gesammelt und Ameisen bei der “Betreuung” einer Blattlaus-Kolonie zugeschaut. Die Ameisen sind auf den süßen Honigtau aus und beschützen “ihre” Läuse vor Fressfeinden.

Die Eschen sind mit der Blattentfaltung sehr zögerlich – vermutlich ist es ihnen zu kalt für die Jahreszeit 🙂


20. Mai: “Ich ging im Walde so vor mich hin, und nichts zu suchen, das war mein Sinn…”


18. Mai: “Die Welt wäre ein friedlicherer Ort, wenn alle Menschen Gärtner wären.” (Beverley Nichols, brit. Schriftsteller, 1898-1983)


17. Mai: Maiglöckchen sind in allen Pflanzenteilen giftig. Trotzdem sollte man nicht auf die heimische Staude im Garten verzichten, da sie einen betörenden Duft haben: Sie duften Tag und Nacht, geschnitten in der Vase und auch noch im getrockneten Zustand. Ein weiterer Vorteil: Schnecken machen einen weiten Bogen um die Pflanzen.


16. Mai: Das Rot kehrt zurück: Im Gegensatz zur “normalen” Rotbuche, die grüne Blätter hat, sind die Blätter der Blutbuche rot gefärbt. Das Blattgrün wird nach und nach mit immer mehr roten Farbstoffen überlagert. Im Sommer sind die Blätter dann rot-schwarz. Diese Rotfärbung geht auf eine Mutation zurück.


14. Mai: Je mehr “Wildwuchs” man im Garten zulässt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich im Laufe der Zeit auch eine große Zahl von Tierarten einstellen. Viele sind auf bestimmte heimische Pflanzen als Futterquelle angewiesen, und die meisten Wildkräuter sehen zudem schön aus.


13. Mai: Für Experimente zur Goldherstellung benötigten die Alchemisten im Mittelalter verschiedene Dinge. Der gold-gelbe Saft des Schöllkrauts und die silbrig-schimmernden “Tautropfen” auf den Blättern des Frauenmantels gehörten in jede Rezeptur.


12. Mai: Mit dem Kirschblütenfest feiert man in Japan nicht nur das Erwachen der Natur. Die Kirschblüte ist auch Symbol für Schönheit und Vergänglichkeit: Wenn die Blütenblätter wie Konfetti zu Boden fallen, sind sie nicht verwelkt, sondern immer noch schön. So heißt es, dass auch der Mensch (oder Samurai-Krieger) bis zum Ende seines Lebens anmutig und vollkommen sein kann.


11. Mai: Ich habe mich immer schon gefragt, warum der Lebensbaum (Thuja) einen so bedeutsamen Namen trägt. Aus ökologischer Sicht hat er – zumindest in unseren Breiten – wenig zu bieten. Im Kurpark von Bad Oeynhausen habe ich heute die Antwort gefunden 🙂


10. Mai: Kurz nachdem sich die Knospen öffnen, sind die Kronen des Lungenkrauts (Pulmonaria officinalis) rosa. Bei der Vollentfaltung sind sie dagegen blau bis blauviolett.

Wegen der Ähnlichkeit der gefleckten Blätter mit der menschlichen Lunge, wurde das Kraut früher bei Krankheiten der Atemwege verwendet. Das lateinische Wort pulmo bedeutet Lunge.


09. Mai: Achtung, hier kommt ein Gedicht (von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, 1798-1874)!

Es blüht ein schönes Blümchen,
Auf unsrer grünen Au,
sein Aug ist wie der Himmel,
so heiter und so blau.
Es weiß nicht viel zu reden,
und alles, was es spricht,
ist immer nur das eine,
ist nur: Vergiss mein nicht.


08. Mai: Das Wiesenschaumkraut (oder Muttertagsblume) blüht von April bis Juni. Die rosafarbenen Blüten sind sehr nektarreich und werden von vielen Insekten angeflogen. Die Raupe des Aurora-Falters ernährt sich bevorzugt von dieser Pflanze. Tatsächlich können auch wir das Kraut essen: Es hat einen leicht scharfen und würzigen Geschmack, der an Kresse erinnert. Schmeckt prima im Salat oder auf dem Butterbrot.


07. Mai: Seit ein paar Tagen brütet eine Amsel bei mir im carport. Da ich auf das Auto als Fortbewegungsmittel nicht verzichten möchte und auch keine andere Parkmöglichkeit habe, hoffe ich, dass die Störung nicht so groß ist, dass der Vogel das Nest aufgibt. Mit fortschreitender Brutzeit bzw. Entwicklung der Jungvögel sollte dann die Bindung der Altvögel an Revier, Nest und Jungen zunehmen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Frau Amsel beim Brutgeschäft